Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2019/20

Spielbericht

24. Spieltag - Samstag, 29.02.2020 - 13:00

FC Erzgebirge Aue - Hamburger SV 3:0 (1:0)


FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Marko Mihojevic, Sören Gonther, Jacob Rasmussen - Tom Baumgart (46. John-Patrick Strauß), Philipp Riese, Clemens Fandrich, Calogero Rizzuto - Dimitrij Nazarov (76. Florian Krüger) - Jan Hochscheidt, Pascal Testroet (84. Christoph Daferner); Trainer: Dirk Schuster

Kader: Robert Jendrusch, Dominik Wydra, Dennis Kempe, Louis Samson, Nicolas Sessa, Philipp Zulechner

Hamburger SV: Daniel Heuer Fernandes - Louis Jordan Beyer, Timo Letschert (73. Joel Pohjanpalo), Ewerton José Almeida Santos (23. Rick van Drongelen), Tim Leibold - Gideon Jung - Louis Schaub (64. Adrian Fein), Aaron Hunt - Khaled Narey, Lukas Hinterseer, Bakery Jatta; Trainer: Dieter Hecking

Kader: Tom Mickel, David Kinsombi, Jairo Samperio Bustara, Sonny Kittel, Christoph Moritz, Martin Harnik

Tore: 1:0 Pascal Testroet (39. / Clemens Fandrich); 2:0 Jan Hochscheidt (74. / Pascal Testroet); 3:0 Jan Hochscheidt (88. / Philipp Riese)

Schiedsrichter: Nicolas Winter (Freckenfeld)

Zuschauer: 15100

Gelbe Karte: Martin Männel (4.), Tom Baumgart (4.) / Aaron Hunt, Louis Jordan Beyer, Rick van Drongelen (2.)

Gelb/Rote Karte: - / Gideon Jung (58., Schwalbe)

Aue siegt zum ersten Mal im Jahr 2020

Der FC Erzgebirge Aue hat sein erstes Spiel im Kalenderjahr 2020 gewonnen - und das deutlich gegen den Aufstiegskandidaten Hamburger SV. Gegen den einstigen Dino der 1. Bundesliga behielten die Veilchen völlig verdient mit 3-0 die Oberhand. Pascal Testroet und Jan Hochscheidt per Doppelpack sorgten für den ersten Aue-Sieg überhaupt gegen den HSV im fünften Pflichtspiel gegeneinander. Für den Torschützen zum 1-0, PascalTestroet, war es auch das Ende einer persönlichen Durststrecke. Zuletzt hatte der beste Auer Torjäger der vergangenen Spielzeit im November des letzten Jahres gegen den FC St. Pauli getroffen. Zwischenzeitlich stand er sechs Spiele nicht in der Startelf. Nun brachte er mit seinem fünften Saisontreffer seine Mannschaft auf die Siegerstraße. „Ich dachte ich stehe 5m im Abseits und dann fand ich schön, dass es ein typisches Tor von mir war. Man steht da, wo man stehen muss", meinte der 29-Jährige zur Szene die zum 1-0 führte. Im allgemeinen Jubel trat Aues-Trainer Dirk Schuster auf die Bremse: "Wir haben die Ruhe nach den ersten Spielen des Kalenderjahres bewahrt, als es punktemäßig nicht so gut lief, und diese Ruhe werden wir auch jetzt wieder in die Mannschaft bringen."

In einem Anfangs hektischen Kräftemessen mit vielen Unterbrechungen verzeichneten die Veilchen durch Hochscheidt eine erste Gelegenheit (7.), als er es nach einem Fandrich-Zuspiel mit einem Schlenzer aus 20m versucht. Die Hanseaten hatten zwar die größeren Spielanteile, doch mangels Durchschlagskraft in der Offensive waren sie für lange Zeit nicht in der Lage, der konzentrierten Abwehr der Veilchen Probleme zu bereiten. Aue hatte erst einmal nur Nadelstiche zu bieten. Nur Zentimeter fehlten, als Testroet eine flache Hereingabe von Hochscheidt per Hackentrick im Gehäuse unterbringen wollte (28.). Der Ball rollte knapp am linken Pfosten vorbei. Und dann versuchte es Hochscheidt wieder per Schlenzer aus 20m – drüber (34.). Hamburg trug seine Angriffe aus einer kompakten Defensive heraus vor, ohne Durchschlagskraft zu entwickeln. Die besten Abschlüsse der Rothosen waren im ersten Durchgang dementsprechend zwei Distanzschüsse, die Leibold (13.) sowie Narey vorbeisetzten (19.). Auch das Eckenkonto nach 38 Minuten von 0-5 für die Gäste war nicht aussagekräftig. Kurz darauf trat Hunt Hochscheidt auf dem Fuß, kassierte Gelb und es gab Freistoß für die Gastgeber. Nachdem die HSV-Mauer den fälligen Freistoß von Riese geblockt hat, ballert Fandrich das Leder volley und halbhoch in Richtung Elfmeterpunkt. Testroet holt sich den Ball mit dem Rücken zum Tor und perfekter Annahme frei vor HSV-Torwart Heuer Fernandes und knallt ihn eiskalt unten links ein. Sah sofort nach Abseits aus aber die HSV-Abwehrspieler Beyer und Letschert hoben es nach dem abgewehrten Ball auf. 1-0 nach 39 Minuten. Die Gäste brauchten bis in die Nachspielzeit der ersten Halbzeit um zu antworten. Nach einer Ecke von der linken Fahne kommt in dem Durcheinander an der Fünferkante Letschert zum Abschluss. Der Schuss des Niederländers wird von einem Verteidiger geblockt und der wegspringende Ball von Männel beim Kopfball von Beyer im zweitem Zufassen gehalten (45. +2)kurz vor der Linie gestoppt.

Nach dem 1-0 Pausenstand kamen die Hanseaten voller Tatendrang zurück auf den Rasen, doch ihre offensive Harmlosigkeit konnten sie nicht beenden. Die Gäste wollen zwar aber die Veilchen halten dagegen. Versuche von Beyer (48.) und Hunt (55.) segeln vorbei oder drüber. Aue spielt mutig nach vorn. Ein platzierter Schuss von Hochscheidt (57.) wird von Testroet ungewollt abgefälscht. Danach schwächte sich der HSV selber durch eine dumme Aktion von Jung (58.). Im gegnerischen Strafraum läßt er sich vor den Augen des Schiedsrichter einfach fallen. Die Konsequenz war eindeutig: Gelb-Rot nach vorheriger gelber Karte in der 45. Minute. Nach dem Platzverweis blieb der HSV zwar bemüht und war weiterhin die aktivere Mannschaft, kam aber dem Ausgleichstreffer nicht wirklich nahe. Er fand einfach kein Mittel. Aue erspielte sich in Überzahl klare Vorteile. Nazarov (64.), Hochscheidt (69./74.) und Strauß (70.) hatten gute Möglichkeiten. Doch dann ließ sich der HSV zwei Mal auskontern. Hochscheidt tauchte nach Testroets Diagonalpass auf die rechte Strafraumseite erneut frei vor Heuer-Fernandes auf. Er platzierte das Leder aus gut 13 Metern scharf in die linke untere Ecke (75.). Zunächst geht die Abseitsfahne hoch, doch der VAR korrigiert diese Entscheidung. Danach gab es den 2. Torjubel. Die Schuster-Elf war dem dritten Tor näher als der HSV dem Anschluß. Mit Krüger (76.) und Daferner (84.) kommen frische Kräfte aufs Feld. Rizzuto (81.) probierte es aus 16m, doch Heuer-Fernandes ist unten. Hochscheidt setzte dann noch eins drauf. Nach Rieses Pass wird der 32-Jährige im halblinken Angriffskorridor überhaupt nicht attackiert. Er knallt das Leder mit dem linken Spann aus etwa 20 Metern präzise in die rechte untere Ecke (88.). Aue baut den Vorsprung auf die Abstiegszone mit diesem Sieg auf zehn Zähler aus. (Burg)

Trainerstimmen

Dieter Hecking (HSV): „Unterm Strich war es ein verdienter Sieg für Aue. Wir hatten uns viel vorgenommen, wollten die Derby-Niederlage möglichst schnell aus den Köpfen kriegen. Wir sind gut reingekommen ins Spiel, haben in der Vorwärtsbewegung aber drei, vier Ballverluste gehabt, die uns dazu gezwungen haben, die Kontersituationen von Aue zu verteidigen. Das ist uns mal gut, mal weniger gut gelungen. Dann mussten wir früh wechseln durch eine Innenbandverletzung von Ewerton. Zudem bekommst du ein Gegentor, das wir besser verteidigen müssen. In der Halbzeit haben alle den Kopf voll, wollen das Beste und würden es gerne besser machen. Doch dann kassierst du die Gelb-Rote Karte, das 0-2 und musst Timo Letschert noch auswechseln. Es ist alles zusammengekommen. Wir haben nicht das gespielt, was wir uns erhoffen, was die Mannschaft auf den Platz bringen kann. Es ist schwer, das eben Gesehene sofort in Worte zu fassen. Letztendlich haben wir 0-3 verloren und das steht erst einmal. Wir müssen es sacken lassen, aber den Kopf auch wieder hochnehmen.“

Dirk Schuster (Aue): „Ich glaube das wir heute sehr stolz sind was was die Mannschaft abgeliefert hat. Gegen eine individuell brutal starke Mannschaft wie den HSV, so eine Leistung auszupacken, mit sehr viel taktischer Disziplin, ist uns sehr gut gelungen. Wir haben nach Balleroberungen nicht nur Nadelstiche gesetzt und hinten nur den Betonmischer angesetzt, sondern haben aktiv verteidigt. Die Umschaltaktionen haben wir auch besser ausgespielt im Vergleich zu den Wochen zuvor. Der Platzverweis hat uns natürlich in die Karten gespielt. Das war ein Schub aus der Steckdose. Wir haben uns mit einem guten Ergebnis für die Leistung belohnt.“