Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2019/20

Spielbericht

26. Spieltag - Samstag, 16.05.2020 - 13:00

FC Erzgebirge Aue - SV Sandhausen 3:1 (1:0)


FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Sören Gonther (54. Malcolm Cacutalua), Louis Samson, Jacob Rasmussen - John-Patrick Strauß (88. Filip Kusic), Philipp Riese, Clemens Fandrich, Dennis Kempe - Dimitrij Nazarov (69. Philipp Zulechner) - Jan Hochscheidt, Florian Krüger (88. Pascal Testroet); Trainer: Dirk Schuster

Kader: Robert Jendrusch, Dominik Wydra, Christoph Daferner, Njegos Kupusovic

SV Sandhausen: Martin Fraisl - Dennis Diekmeier, Gerrit Nauber, Ivan Paurevic (46. Philipp Klingmann), Aleksandr Zhirov, Leart Paqarada - Emanuel Taffertshofer (65. Philip Türpitz), Denis Linsmayer - Robin Scheu (59. Marlon Frey) - Aziz Bouhaddouz (65. Enrique Pena Zauner), Julius Biada (84. Besar Halimi); Trainer: Uwe Koschinat

Kader: Rick Wulle, Jesper Verlaat, Sören Dieckmann, Tim Kister

Tore: 1:0 Dimitrij Nazarov (Foulelfmeter, 5. / Florian Krüger); 2:0 Florian Krüger (64. / John-Patrick Strauß); 3:0 Malcolm Cacutalua (70. / Jan Hochscheidt); 3:1 Julius Biada (80.)

Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach)

Zuschauer: keine - Spiel fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt

Gelbe Karte: Florian Krüger (2.) / Robin Scheu, Emanuel Taffertshofer, Martin Fraisl

Rote Karte: - / Dennis Diekmeier (4., Notbremse)

Besondere Vorkommnisse: ab 26. Spieltag auf Grund der Corona-Pandemie unter Ausschluß von Zuschauern und 5 Wechselmöglichkeiten zu drei Gelegenheiten während des laufenden Spiels

Aue siegt im Ersten Geisterspiel

Der FC Erzgebirge Aue hat seine Geisterspiel-Premiere erfolgreich gemeistert! Auch ohne Fans im Rücken demonstrierten die Lila-Weißen beim 3-1 gegen Sandhausen ihre diesjährige Heimstärke. Eigentlich sollte diese Partie des 26. Spieltages bereits am 14. März stattfinden. Der SVS hatte sich bereits auf dem Weg nach Aue gemacht, als die Partie von der DFL abgesagt worden ist. Das Coronavirus hat in der Folge dafür gesorgt, dass der Spielbetrieb komplett ausgesetzt worden ist. Nach 67 langen Tagen ohne Fussball rollte dann endlich wieder der Ball in der 2. Bundesliga.

In Aue wirkte die Stimmung am Samstag bizarr. Stadionsprecher Mario „Ewig“ Dörfler verlas die Aufstellungen beider Mannschaften vor leeren Rängen ohne die gewohnten Emotionen. Als die FCE-Profis den Rasen betraten, erklangen zwei Strophen des Steigerliedes. An den Zäunen zum Innenraum hatten mehrere Fanclubs Banner aufhängen lassen. Im Familienblock waren außerdem selbst

gestaltete Plakate von Kindern zu sehen, um die Mannschaft zumindest optisch ein wenig zu unterstützen. Aues Torwart Martin Männel (32) widmete den neunten Saison-Heimsieg den Anhängern: „Über die 90 Minuten zu reden, ist nicht gerecht gegenüber den Leuten, die heute in den Wohnzimmern saßen und nicht dabei sein durften. Wir wollten mit viel Leidenschaft und Herzblut die drei Punkte holen. Auch für die Fans, die nicht ins Stadion kommen konnten. Jedes Spiel, das wir über die Bühne kriegen, ist ein Stück Existenzkampf, den wir als Verein und für uns als einzelne Person betreiben und gewinnen wollen. Jetzt haben wir noch acht Runden vor uns. Ich hoffe, dass die Saison in geordneten Bahnen zu Ende geht.“

Bereits die ersten fünf Minuten hatten es in sich. Nach einem Konter bedient Hochscheidt mustergültig Krüger, der zieht links in den Strafraum. Diekmeier versucht, ihn am Abschluss zu hindern. Es kommt zum Zweikampf und Krüger geht zu Boden. Zwar befindet sich Zhirov nahezu auf gleicher Höhe, doch Schiedsrichter Badstübner urteilt hart: Elfmeter für Aue, Rot für Diekmeier. Dimitrij Nazarov nutzt die Chance trifft zur frühen Führung flach unten in die rechte Ecke (5.). Sein Jubel im Schneidersitz ist jedoch sehr einsam. In der Folge störte Aue den gegnerischen Aufbau schon früh, konnte aus der Überzahl aber kaum Kapital schlagen. Sandhausen lauerte derweil auf Konter, hatte Probleme im Spielaufbau und kam meist nur nach Standards in Tornähe. Eine Ausnahme machte ein Dribbling von Biada, der von rechts in der Mitte und dann abzog. Männel hatte den Ball im Nachfassen (17.). Im weiteren Verlauf blieben die Gäste über weite Strecken die aktivere Mannschaft und Biada (25.) sowie Nauber (34.) hatten weitere Möglichkeiten. Die Veilchen kamen dagegen nur einmal gefährlich auf, als Krüger vom Fünfmetereck an einem starken Fraisl-Reflex scheiterte (30.). Die Partie verläuft bis zur Pause weitgehend ausgeglichen. In einer mit harten Zweikämpfen geführten Partie nahm der FCE erst kurz vor der Halbzeit die Kontrolle und verwaltete den Vorsprung.

Nach dem Seitenwechsel wurden beide Klubs etwas aktiver. Die lange Pause aber war den Spielern immer mal wieder anzumerken. Vor allem in Sachen Timing im Zweikampf oder bei den Torhütern bei Flanken. Entsprechend häuften sich die Chancen: Nauber auf der einen (60.) und Hochscheidt auf der anderen Seite (63.) hatten den Torschrei schon auf den Lippen. Innerhalb von wenigen Minuten dann aber die Entscheidung zugunsten von Aue. Am rechten Sechzehnereck hat Strauß zu viel Zeit und bringt mit der rechten innenseite eine perfekte Flanke vor das Tor. Genau in seinem Lauf erreicht Krüger die Kugel und hebt ab. Mit einem Hechtsprung an der Fünfmeterraum-Linie drückt er die Kugel per Kopf unhaltbar unter die Latte (64.). Wenig später drehte Hochscheidt eine Ecke vor das Tor, wo Joker Cacutalua stach und per Kopf auf 3-0 erhöhte (69.). SVS-Torwart Fraisl ist noch dran und sieht sehr unglücklich aus. Von seinen Händen springt das Leder an die Latte, von dort gegen seinen Hinterkopf und erst dann ins Tor. Der SVS steckt allerdings nicht auf und wird in der 80. Minute belohnt, als Biada nach einem viel zu kurzen Auer Rückpass von Fandrich die Situation erkennt und den Ball zum Anschlusstreffer an Männel vorbei über die Torlinie grätscht. Kurz darauf zischte eine Paqarada-Wumme scharf am rechten Winkel vorbei (84.). Eine Aufholjagd sollte es aber nicht mehr geben. Dabei bleibt es dann. Der FC Erzgebirge profitiert von der frühen personellen Überzahl, nutzt seine Gelegenheit aber auch eiskalt. (Burg)

Trainerstimmen

Uwe Koschinat (Sandhausen): "Ich muss ehrlicherweise sagen, dass meine Gefühle vor dem Spiel deutlich negativer waren, aber ich habe heute im Spiel von der ersten Sekunde an ein echtes Wettbewerbsspiel gesehen. Ich hatte immer befürchtet, dass sich der Fußball sehr verfremdet. Aber das, fand ich, war nicht der Fall. Emotionen und Aggressivität haben von beiden Seiten auf gar keinen Fall gefehlt. Das Spiel selbst hatte schon sehr viel von einem normalen Zweitliga-Spiel. Mit Sicherheit wären die Emotionen vom Publikum noch mal deutlich größere gewesen. Aber im Spiel selbst haben das die Spieler sehr gut auf den Platz gebracht."

Dirk Schuster (Aue): „Ich freue mich über den positiven Auftakt und die drei Punkte. Die Leistung ist nur schwer einzuschätzen, wir mussten aber an unsere Grenze gehen. Bei dem einen oder anderen Spieler hat man gesehen, dass der Akku gegen Ende schon ziemlich leer war. Die neuen Regeln und Vorschriften waren für alle absolutes Neuland, hinzu kam die komische Stimmung. Die beiden Mannschaften haben es aber gut gelöst.“