Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2019/20

Spielbericht

28. Spieltag - Dienstag, 26.05.2020 - 18:30

FC Erzgebirge Aue - SV Darmstadt 98 1:3 (1:1)


FC Erzgebirge Aue: Robert Jendrusch - Sören Gonther, Louis Samson (78. Pascal Testroet), Jacob Rasmussen - John-Patrick Strauß, Philipp Riese, Clemens Fandrich, Dennis Kempe (68. Calogero Rizzuto) - Dimitrij Nazarov (68. Philipp Zulechner) - Jan Hochscheidt, Florian Krüger; Trainer: Dirk Schuster

Kader: Daniel Haas, Dominik Wydra, Malcolm Cacutalua, Marko Mihojevic, Tom Baumgart, Christoph Daferner

SV Darmstadt 98: Marcel Schuhen - Matthias Bader (88. Patrick Herrmann), Dario Dumic, Nicolai Rapp, Sebastian Hertner - Victor Palsson, Fabian Schnellhardt (67. Yannick Stark) - Braydon Manu (68. Marcel Heller), Mathias Honsak (78. Seung-Ho Paik), Tobias Kempe (87. Tim Skarke) - Serdar Dursun; Trainer: Dimitrios Grammozis

Kader: Florian Stritzel, Patric Pfeiffer, Marvin Mehlem, Erich Berko

Tore: 1:0 Florian Krüger (8.); 1:1 Tobias Kempe (Foulelfmeter, 19.); 1:2 Serdar Dursun (72.); 1:3 Serdar Dursun (81.)

Schiedsrichter: Christof Günsch (Marburg)

Zuschauer: keine - Spiel fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt

Gelbe Karte: Jacob Rasmussen (3.), Dennis Kempe (2.), Jan Hochscheidt / Tobias Kempe, Nicolai Rapp

Verdiente Niederlage für Aue

Erzgebirge Aue wollte am Dienstag über die 40-Punkte-Marke klettern. Aber die Gäste aus Darmstadt erwiesen sich als Spielverderber. Die Lilien verloren nur eines der vergangenen 13 Partien und sind so etwas wie das Team der Stunde. Nun knackten sie auch die Festung Aue. Am Ende gab es eine verdiente 1-3 Niederlage. Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte übernahmen die Gäste im zweiten Durchgang von Beginn an das Kommando und belohnten sich schließlich mit dem Führungstreffer. Nur neun Minuten später machte Doppelpacker Dursun alles klar. Den Hausherren, die mit den gleichen zehn Feldspielern vom letzten Freitag ins Rennen gingen, fehlten möglicherweise in den zweiten 45 Minuten auch schlicht und ergreifend die Körner. Die Veilchen agierten über weite Strecken zu passiv. „Ich hatte den Eindruck, dass die Darmstädter ein bisschen griffiger, ekliger und spritziger waren. Vielleicht auch deshalb, weil sie aufgrund der Englischen Woche mehrere neue Spieler gebracht haben“, sagte Aues-Präsident Helge Leonhardt nach der Partie. Damit übte der 61 Jahre alte Unternehmer offensichtlich Kritik an der Auer Aufstellung. „Letztendlich hatten wir gegen eine Top-Mannschaft wie Darmstadt keine Chance“, meinte der Vereinsboss.

Darmstadt zeigte sich von Beginn an selbstbewusst und drängte die Auer zurück, die zunächst um einen sicheren Stand bemüht waren. Honsak (2.) und Palsson (7.) vergaben die ersten Chancen. Ein individueller Aussetzer brachte jedoch die Hausherren mit ihrer ersten Gelegenheit in Führung: Männel-Ersatz Jendrusch schlug einen weiten Ball ins Mittelfeld, der von Nazarov elegant verlängert wurde. Krüger legte sich die Kugel aus der Luft per Hacke viel zu weit vor, so dass Bader an den Ball kam. Der Verteidiger vertendelte die Kugel jedoch fahrlässig am eigenen Strafraum, Krüger schaltete schnell und schoss überlegt ins rechte Eck (8.).

Die Veilchen nahmen nach dem Führungstreffer Tempo aus der Partie. Darmstadt ließ sich jedoch von der überraschenden Führung der Hausherren nicht entmutigen und erhöhte das Tempo stattdessen noch weiter. Tobias Kempe - an diesem Spieltag im direkten Duell mit Bruder Dennis - zog aus spitzem Winkel ab, Jendrusch musste entschärfen (12.). Doch dann übertrieben es die lila-weißen Verteidiger mit dem Hin- und Herschieben des Balles. Gonther brachte schlussendlich Jendrusch mit einem Rückpass in Not. Die Auer Nummer zwei traf die falsche Entscheidung: Anstatt einfach wegzubleiben und einen Eckball hinzunehmen, wollte er die Kugel auf die leeren Ränge dreschen, Darmstadts Manu spitzelte die Kugel jedoch weg und bekam Jendruschs Fuß ab – Schiedsrichter Christof Günsch gab Strafstoß. Tobias Kempe, Ex-Veilchen und Bruder von Aues Dennis Kempe, verwandelte souverän zum Ausgleich (19.).

Bis zur Pause entwickelte sich daraufhin ein ausgeglichenes Spiel, auch wenn Darmstadt weiterhin gefährlicher wirkte. Aue stand jedoch sicher und ließ kaum Chancen zu, kam jedoch offensiv ebenfalls nicht zur Geltung. Nazarov schoss aus guter Position den eigenen Mann an (24.), auf der anderen Seite köpfte Dursun knapp über den Kasten (26.). Mit dem gerechten Unentschieden ging es in die Kabinen.

Der zweite Durchgang begann mit einem vermeintlichen Blitzstart der Gäste: Zu Beginn des zweiten Durchgangs köpfte Nicolai Rapp den Ball ins Auer Tor (49.), doch der Treffer zählte nach Überprüfung durch den Video-Assistenten nicht. Der Ex-Auer stand knapp im Abseits. Die Gäste übernahmen das Kommando, während von Aue offensiv nichts zu sehen war, mit Ausnahme eines Fernschusses von Nazarov, der einen guten Meter über das Tor flog (58.). Doch auch die Lilien ließen die letzte Entschlossenheit vor dem Tor vermissen, Tobias Kempe hatte per Freistoß die beste Gelegenheit, Jendrusch parierte (67.). Auch einen Versuch von Honsak aus kurzer Distanz (76.) konnte Jendrusch entschärfen. Die Schuster-Elf blieb insgesamt ziemlich defensiv.

Knapp 20 Minuten vor dem Ende wechselten beide Teams doppelt und stellten sich für die Schlussphase neu auf. Beinahe hätte Schusters Joker Zulechner (76.) direkt gestochen, der Stürmer verfehlte das Darmstädter Tor per Kopf jedoch knapp. Wie man es besser macht, zeigte Dursun nur kurze Zeit später auf der anderen Seite: Tobias Kempe ließ am Strafraumeck zwei Auer stehen und schickte den Ex-Auer Hertner in Richtung Grundlinie. Der flankte präzise in den Fünfmeterraum, wo Dursun gedankenschneller als sein Bewacher Rasmussen war und per Flugkopfball einnetzte - die verdiente Führung (72.). Aue blieb zwar eine gute Viertelstunde, doch das Schuster-Team fand keine Mittel und machte defensiv auf. Der eingewechselte Paik schickte Dursun von der Mittellinie aus in Richtung Strafraum in die total entblößte Auer Abwehr und der Stürmer schob den Ball zum 1-3 durch die Beine von Jendrusch ins Tor (81.) - die Entscheidung. Hochscheidt (84.) hatte zwar noch eine Möglichkeit für die Hausherren aber auch die dreiminütige Nachspielzeit brachte nichts mehr ein für die Veilchen. (Burg)

Trainerstimmen

Dimitrios Grammozis (Darmstadt): "Wir sind sehr glücklich über die drei Punkte in Aue. Wir wussten, dass es hier sehr schwierig wird. Sie sind eine der heimstärksten Mannschaften in der Liga und haben es den Teams in der Vergangenheit sehr schwer gemacht. Wir waren gut im Spiel, hatten sofort Ballbesitz und sind über die Außen gekommen. Das Gegentor kommt unglücklich zustande, aber ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, wie sie die Ruhe behalten hat und zurückgekommen ist. Der Elfmeter war wichtig, um wieder in die Partie zu kommen. Aue ist trotzdem über Konter gefährlich geblieben, aber insgesamt haben wir das Spiel kontrolliert und der Sieg geht auch in Ordnung. Wir müssen jetzt gut regenerieren und ich hoffe, dass wir auch am Freitag wieder eine gute Leistung abliefern werden."

Dirk Schuster (Aue): "Glückwunsch an Dimi zum verdienten Sieg. Darmstadt war die spielerisch bessere Mannschaft. Wir haben das frühe Geschenk angenommen, haben das Spiel etwas beruhigt und hatten ein paar Umschaltsituationen, in denen wir gefährlicher hätten werden können. Stattdessen haben wir den Gegner zurückgeholt mit dem Elfmeter. Das war völlig unnötig. Insgesamt haben wir zu viele einfache Fehler gemacht und unsere Basics nicht so abgerufen nach den sehr guten Spielen gegen Sandhausen und Nürnberg. Wir wollten über die 40-Punkte-Marke, dafür muss man mehr investieren. Das werden wir aufarbeiten müssen. Es ist eine bittere Niederlage, weil wir uns mehr vorgenommen hatten."