Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2019/20

Spielbericht

31. Spieltag - Sonntag, 14.06.2020 - 13:30

FC St. Pauli - FC Erzgebirge Aue 2:1 (2:0)


FC St. Pauli: Robin Himmelmann - Luca-Milan Zander, Leo Östigard, Daniel Buballa, Matthew Penney (46. Luis Coordes) - Christian Viet (59. Rico Benatelli), Sebastian Ohlsson, Finn Ole Becker (85. Marvin Knoll) - Waldemar Sobota - Henk Veerman (85. Borys Tashchy), Dimitrios Diamantakos (80. Viktor Gyökeres); Trainer: Jos Luhukay

Kader: Korbinian Müller, Christopher Avevor, Marvin Senger, Johannes Flum

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Malcolm Cacutalua, Sören Gonther, Jacob Rasmussen - John-Patrick Strauß (84. Louis Samson), Clemens Fandrich, Philipp Riese, Dennis Kempe (87. Nicolas Sessa) - Dimitrij Nazarov (66. Christoph Daferner) - Philipp Zulechner (66. Pascal Testroet), Florian Krüger (46. Jan Hochscheidt); Trainer: Dirk Schuster

Kader: Robert Jendrusch, Erik Majetschak, Njegos Kupusovic

Tore: 1:0 Dimitrios Diamantakos (22.); 2:0 Henk Veerman (41.); 2:1 Sören Gonther (74. / Philipp Riese)

Schiedsrichter: Thorben Siewer (Olpe)

Zuschauer: keine - Spiel fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt

Gelbe Karte: Leo Östigard, Matthew Penney / Jacob Rasmussen (5., gesperrt), John-Patrick Strauß (3.)

Vergebener Elfmeter: Dimitrios Diamantakos (Foulelfmeter, 45+2., gehalten von Martin Männel) / -

Aues Serie auf St. Pauli gerissen

Erstmals nach zwölf Jahren verloren die Auer wieder am Millerntor. Die ganz in Weiß spielenden Gäste hatten in der 1. Halbzeit zwar mehr vom Spiel, doch aus den eigenen Chancen machten die Veilchen einfach viel zu wenig. Mit nur 8 Punkten in der Fremde ist Aue in der Auswärtstabelle letzter. 10 Niederlagen auf des Gegners Platz hat kein anderes Team in der 2. Bundesliga auswärts.

Die erste Chance des Spiels ging auf das Konto der Gäste. Nach einer Flanke von Strauß köpfte Krüger den Ball ans rechte Außennetz (10.). Auch danach spielte sich das Geschehen meist in der Hälfte der Hamburger ab. Die Gastgeber wirkten zunächst verunsichert, leisteten sich im Spielaufbau viele Fehler und konnten die Auer oft nur durch Fouls stoppen. Die Gäste spielten dagegen schwungvoll und frei auf. Nazarov hatte in der 18. Minute aus zentraler Position eine weitere Chance. Sein Volley-Versuch strich allerdings knapp über die Latte. Auf der anderen Seite genügte St. Pauli die erste Möglichkeit, um in Führung zu gehen. Ohlsson konnte sich auf der linken Seite durchsetzen und anschließend in die Mitte passen, wo Diamantakos völlig allein gelassen wurde von der Auer Abwehr. Der Grieche läßt sich sieben Meter vor dem Tor die Chance dann auch nicht mehr nehmen und verwandelt mühelos zum 1-0 für Pauli (22.). Der berühmte Treffer aus dem Nichts! Danach haben Krüger (36.) und Cacutalua (38.) eigentlich gute Möglichkeiten für die Gäste zum Ausgleich. Doch stattdessen erhöht St. Pauli in der 41. Minute auf 2-0. Penney flankt von der linken Seite in die Mitte. Rasmussen verfehlt den Ball und der Holländer Veerman steht direkt dahinter und versenkt den Ball als Kullertor links unten.

Für die Hausherren hätten die beiden Treffer kaum zu besseren Zeitpunkten fallen können. Beide Male war Aue kurz davor offensiv am Drücker und schienen dem Tor eigentlich näher. In der Nachspielzeit hätte es für das Schuster-Team aber noch dicker kommen können. Rasmussen erwischt Zander im Laufduell im Strafraum am Fuß und Pauli bekommt kurz vor der Pause die Chance noch einen Treffer drauf zu legen. Doch Diamantakos schießt den Elfmeter zu mittig und trifft das Bein von Männel (45. +2). Schon der dritte gehaltene Elfer von Männel in dieser Saison.

Zur Pause ragierte Schuster und brachte Hochscheidt für Krüger. Die Auer wollten den schnellen Anschlusstreffer erzielen, allerdings ließen die Auer die letzte Konsequenz beim Abschluss vermissen. Cacutalua köpfte nach einem Freistoß von Riese den Ball freistehend aus Nahdistanz neben den Kasten (54.) und Kempe blieb beim Schussversuch in aussichtsreicher Position hängen (57.). Cacutalua aus der Distanz (70.) sowie Strauß aus spitzen Winkel (73.), hatten weitere gute Möglichkeiten zum Anschlußtreffer. Dieser gelang dann ausgerechnet dem Ex-St.-Paulianer Gonther, der nach einer Ecke von Riese völlig frei stand und per Kopf traf (74.). Danach gelang es der Elf von Jos Luhukay, das Geschehen weitestgehend vom eigenen Tor fernzuhalten. Nur einmal wurde es gefährlich: Himmelmann parierte jedoch den Aufsetzer vom eingewechselten Testroet auf kurze Eck mit einer tollen Parade (90.+2).

Insgesamt zählten die Statistiker 17 Auer Abschlüsse. „So viele Torschüsse hatten wir noch nie in einem Auswärtsspiel“, haderte Schuster mit der Chancenauswertung. „In diese Richtung müssen wir noch intensiver arbeiten, um uns weiterzuentwickeln.“ (Burg)

Trainerstimmen

Dirk Schuster (Aue): "Ich glaube, dass wir ein sehr ordentliches Auswärtsspiel gemacht haben, eines der besten der gesamten Saison. Wir waren offensiv sehr aktiv. Jetzt kommt aber das Wichtigste im Fußball: Wo die Entscheidungen fallen, in den Strafräumen, haben wir nicht diese Gier, die unbedingte Willensstärke und die Brutalität gehabt, vor dem Tor die Situationen zu bereinigen und auf der anderen Seite den Ball über die Linie zu drücken. So fahren wir ohne Punkte nach Hause. Das ärgert mich brutal. Heute war für uns bedeutend mehr drin. Bei den Toren haben wir schön mitgeholfen. Nach der Pause haben wir den Anschluss gemacht und auf den Ausgleich gedrängt. Wir waren aber nicht in der Lage, das 2-2 zu erzielen. Das ärgert mich. Die Moral der Mannschaft war aber absolut intakt. Wir haben bis zur letzten Minute alles versucht."

Jos Luhukay (Hamburg): "Wir sind sehr froh, dass wir endlich wieder einmal einen Sieg gefeiert haben. Die drei Punkte sind ein Signal an die Mannschaft. Wir wollen jetzt am Mittwoch an die Leistung anknüpfen. Es war heute sehr schwer, weil wir immer Probleme hatten, Sicherheit im Defensivverhalten zu haben und als Team kompakter zu stehen. So hatte auch Aue in der ersten Halbzeit seine Chancen. Da hatten wir Glück, dass sie nicht die richtigen Entscheidungen treffen. Der Knackpunkt war, dass wir vor der Halbzeit nicht das 3-0 machen. Sonst wäre die zweite Halbzeit leichter ausgefallen. So blieb es bis zum Ende spannend. Wir haben einen glücklichen Sieg eingefahren. Aufgrund der zweiten Halbzeit haben wir nicht unverdient gewonnen. Wir haben standgehalten und hätten die eine oder andere Chance noch besser nutzen können."