Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2019/20

Spielbericht

33. Spieltag - Sonntag, 21.06.2020 - 15:30

FC Erzgebirge Aue - Hannover 96 2:1 (1:0)


FC Erzgebirge Aue: Robert Jendrusch - Malcolm Cacutalua, Sören Gonther, Jacob Rasmussen - Calogero Rizzuto (31. Tom Baumgart), Philipp Riese, Clemens Fandrich, Dennis Kempe - Jan Hochscheidt (31. John-Patrick Strauß) - Pascal Testroet (78. Philipp Zulechner), Florian Krüger (90. Njegos Kupusovic); Trainer: Dirk Schuster

Kader: Daniel Haas, Nicolas Sessa, Erik Majetschak

Hannover 96: Michael Ratajczak - Julian Korb, Marcel Franke (65. Josip Elez), Timo Hübers, Jannes Horn - Dominik Kaiser (58. Cedric Teuchert), Waldemar Anton, Florent Muslija (58. Edgar Prib) - Genki Haraguchi - Hendrik Weydandt (65. John Guidetti), Marvin Ducksch; Trainer: Kenan Kocak

Kader: Martin Hansen, Miiko Albornoz, Matthias Ostrzolek, Philipp Ochs, Marc Stendera

Tore: 1:0 Pascal Testroet (23. / Florian Krüger); 2:0 Clemens Fandrich (67. / Florian Krüger); 2:1 Marvin Ducksch (79.)

Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach)

Zuschauer: keine - Spiel fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt

Gelbe Karte: Tom Baumgart (6.) / Waldemar Anton (2.), Marcel Franke, John Guidetti

Aue mit 11. Heimsieg

Einen gelungenen Heimabschluss feierte Erzgebirge Aue beim letzten Heimspiel der Saison. Die Veilchen rangen den zuletzt formstarken Bundesliga-Absteiger Hannover 96 mit 2-1 nieder. Nach zwei wunderbar herausgespielten Toren von Testroet und Fandrich sorgte der späte Anschluss der Gäste noch einmal für Spannung. Aber Männel-Vertreter Jendrusch hielt mit zwei Paraden den Sieg fest. Für das Team von Cheftrainer Dirk Schuster war es der elfte Saisonsieg im Erzgebirgsstadion - ein Zweitliga-Rekord für den FCE in derer 14. Spielzeit im Unterhaus der Bundesliga. Gegen die Niedersachsen überzeugten die Lila-Weißen auch vor leeren Rängen. „Heute haben wir eine gute Balance gefunden, zwischen mutigen Offensivattacken und sauberem Verteidigen“, analysierte der Coach.

Entsprechend der sportlichen Brisanz begann die Partie sehr gemächlich und mit wenig Dynamik auf beiden Seiten. Das Spiel war ausgeglichen, gefährliche Offensivaktionen lange Zeit Mangelware. Nach einer Viertelstunde übernahmen die Gäste nach und nach die Kontrolle, spielten ihre Angriffe aber nicht sauber zu Ende. Weydandt bediente Ducksch im Strafraum, der den Ball aber nicht richtig traf, so dass Rasmussen den Schuss sogar stoppen konnte (13.). Aue verlagerte sein Spiel auf Gegenstöße - und war erfolgreich. Zunächst segelte eine missglückte Flanke von Rizzuto über Ratajczak hinweg auf die Latte (21.), ehe die Hausherren überraschend in Führung gingen. Hübers spielte einen schlimmen Fehlpass genau in die Beine von Hochscheidt der sofort losmarschiert. Hübers wollte seinen Fehler wieder wettmachen grätschte und spielte die Kugel an die Hacke von Mitspieler Ducksch, der sie unfreiwillig perfekt in hohen Bogen für Krüger vorlegte. Der Auer sprintete rechts in den Strafraum und legte mit viel Übersicht an Ratajczak vorbei quer. Testroet musste nur noch zum 1-0 einschieben (23.). Nur kurze Zeit später köpfte Krüger freistehend knapp über das Tor und vergab eine höhere Führung für die Gastgeber (27.). Dann mussten die Veilchen jedoch einen doppelten Dämpfer hinnehmen: Ohne gegnerische Einwirkung verletzten sich Hochscheidt (28.) und Rizzuto (30.) kurz hintereinander und mussten ausgewechselt werden. Die Gäste aus Hannover waren danach spielbestimmender, kamen aber bis auf Weydandts Schuss aus der Drehung und Dominik Kaisers direkten Freistoß aber nicht zu gefährlichen Abschlüssen (31./41.).

Mit der 1-0 Führung der Auer ging es in die Pause, nach der es ähnlich weiterging. Hannover mühte sich, kam aber nicht in den Strafraum der Hausherren. Dafür verbuchte Aue ein Doppelchance kurz nach Wiederbeginn: Zuerst verlängerte Korb eine Baumgart-Flanke aus dem Mittelfeld an den eigenen Pfosten, im Nachgang wurde Strauß am Elfmeterpunkt völlig frei angespielt, verfehlte das Tor aber deutlich (53.). 96 blieb spielbestimmend, aber harmlos. Aue verteidigte stark und zermürbte damit die Hannoveraner. Der schönste Angriff des Nachmittages führte zum 2-0. Von Jendrusch aus kombinierte sich die Schuster-Elf über das Feld, Krüger erweist sich als Assist-König und spielt den Ball von der Mitte ideal zwischen die Viererkette. Fandrich erlief sich diesen mit einem super Laufweg von links in die Mitte, der Mittelfeldspieler legte den Ball am Keeper vorbei und netzte ein (67.). Es war sein erstes Saisontor.

Es brauchte den Kopfball-Abstauber von Hannovers bestem Torschützen Ducksch, um doch noch eine spannende Schlussphase einzuläuten (79.). Jendrusch konnte einen Gewaltschuß von Prib aus der zweiten Reihe nur noch vorne abklatschen, wo Ducksch lauert und mit dem Kopf ins leere Tor köpft. Urplötzlich drückten die bis dato harmlosen Niedersachsen auf den Ausgleich - doch Aues Schlussmann Robert Jendrusch wusste dies mit zwei starken Paraden gegen Korb und Ducksch zu verhindern (85./88.). (Burg)

Trainerstimmen

Dirk Schuster (Aue): "Wir haben gegen Bochum trotz eines mutigen Auftritts unnötig verloren. Heute hat es die Mannschaft hinbekommen, die Balance zu bringen zwischen mutigen Offensivattacken und sauberem Wegverteidigen. Wir kamen nach dem 2-0 etwas ins Wackeln, weil Hannover aber auch alles nach vorn geworfen hat. Wie die Mannschaft sich dann reingeworfen hat, war von der Mentalität richtig gut. Auswärts haben wir diesbezüglich für die nächste Saison und auch das letzte Spiel noch etwas Nachholbedarf."

Kenan Kocak (Hannover): "Wenn du gegen einen disziplinierten, taktisch gut strukturierten Gegner wie Aue mehr den Ball hast, dann musst du einen guten Tag erwischen, an dem Präzision, Timing, Laufwege, Passqualität stimmen - aber wir hatten heute einfach einen Tag, an dem wir sehr lange gebraucht haben, um in die Räume zu kommen und sehr, sehr behäbig waren. Aue hat leidenschaftlich verteidigt und wir hatten heute auch nach dem 0-2 nicht die nötige Qualität, um Lösungen zu finden."