Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2020/21

Spielbericht

4. Spieltag - Sonntag, 18.10.2020 - 13:30

FC Erzgebirge Aue - 1. FC Heidenheim 2:1 (0:0)


FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Sören Gonther, Louis Samson, Florian Ballas - Ognjen Gnjatic (46. Clemens Fandrich), Philipp Riese, John-Patrick Strauß, Calogero Rizzuto (45. Malcolm Cacutalua), Ben Zolinski (66. Jan Hochscheidt) - Pascal Testroet (85. Philipp Zulechner), Florian Krüger (85. Tom Baumgart); Trainer: Dirk Schuster

Kader: Philipp Klewin, Steve Breitkreuz, Erik Majetschak, Dimitrij Nazarov

1. FC Heidenheim: Kevin Müller - Kevin Sessa (82. Tobias Mohr), Patrick Mainka, Norman Theuerkauf, Jonas Föhrenbach - Andreas Geipl, Konstantin Kerschbaumer (68. Stefan Schimmer), Jan Schöppner (82. David Otto), Robert Leipertz, Patrick Schmidt (60. Florian Pick) - Christian Kühlwetter (68. Marc Schnatterer); Trainer: i.V. Bernhard Raab

Kader: Vitus Eicher, Marvin Rittmüller, Oliver Steurer, Maximilian Thiel

Tore: 1:0 Malcolm Cacutalua (54. / Philipp Riese); 2:0 Pascal Testroet (79.); 2:1 Tobias Mohr (Foulelfmeter, 87.)

Schiedsrichter: Benjamin Brand (Unterspiesheim)

Zuschauer: 500 (lt. Verordnung Gesundheitsamt)

Gelbe Karte: John-Patrick Strauß / Norman Theuerkauf, Patrick Mainka

Veilchen bleiben in der Liga ungeschlagen

Der FC Erzgebirge Aue bleibt in der noch jungen Saison der 2. Fußball-Bundesliga ungeschlagen. In ihrem erst dritten Punktspiel der Saison besiegten die Veilchen am Sonntag den 1. FC Heidenheim mit 2-1. Malcolm Cacutalua (54. Minute) und Pascal Testroet (79.) erzielten vor 500 zugelassenen Zuschauern die Tore für Aue, Tobias Mohr (87./Foulelfmeter) traf für die Gäste. Mit nun sieben Punkten auf dem Konto kann die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster mit einem guten Gefühl am Mittwoch (18.30 Uhr) zum Nachholspiel nach Hamburg gegen den HSV fahren.

Einlauf der Mannschaften. Foto: Burg

Die Gastgeber erwischten trotz der dreiwöchigen Spielpause einen besseren Start in die Partie, wirkten spritzig und verbuchten in den Anfangsminuten zwei Halbchancen durch Krüger (2.) und Riese (4.). Auch Krüger schoß wenig später aus 17 Metern, zentraler Position, über den Kasten. Beide Mannschaften wollten sich nicht lange im Mittelfeld aufhalten, überbrückten die neutrale Zone mit schnellen Bällen und versuchten offensiv Akzente zu setzen. Aber die Auer Angriffslust erwies sich nach zehn Minuten als Strohfeuer. Immer wieder kamen die Gäste nun selbst schnell nach vorne und sorgten bei "Jubiläumskind" Martin Männel, der sein 400. Pflichtspiel für den FCE bestritt, für einen arbeitsreichen Nachmittag. Heidenheim übernahm nach gut einer Viertelstunde endgültig das Kommando. Bei einem Schlenzer von Kühlwetter (12.) aus 17 Metern, muß sich Männel ganz lang machen und den Ball zur Ecke abwehren. Die Gäste von der Brenz erarbeiteten sich eine Vielzahl an vielversprechenden Aktionen, doch Männel ließ sich weder von Kühlwetter (21./25.)noch von Schöppner (22.)überwinden. Die beste Chance auf die Führung offenbarte sich Leipertz, der am kurzen Pfosten aus der Drehung abgeschlossen und Männel schon geschlagen hatte, doch auf der Linie stand Rizzuto, der kurz vor der Pause angeschlagen den Platz verlassen musste, goldrichtig und verhinderte den Einschlag (32.).

Aue konnte kaum noch für kontrollierte Entlastung sorgen. Wenn der Weg dann mal in die gegnerische Hälfte führte, fiel den Veilchen nicht wirklich viel ein. Aue hatte nur noch zwei Chancen: Krüger zog den Ball am langen Eck vorbei (26.) und hatte dann hatte sein Schuss, nach schönem Zuspiel von Testroet, von der Strafraumgrenze zu wenig Power (40.). Müller konnte ohne Mühe parieren. Auf der Gegenseite hatten die Veilchen dann Glück, als Kühlwetter ein Zuspiel von Schmidt nicht verwerten kann (44.). Erst schlug er am Ball vorbei und dann war beim zweiten Versuch Männel da. Trotz 15 Heidenheimer-Torschüssen ging es mit 0-0 in die Kabinen.

Torhüter Martin Männel in seinem 400. Pflichtspiel für den FC Erzgebirge Aue. Foto: Frank Kruczynski

Zur Pause brachte Aues Trainer Dirk Schuster im Mittelfeld Fandrich für den angeschlagenen Gjnatic. Und nun waren die Gäste längst nicht mehr so überlegen. Im Mittelfeld bekam man nun mehr Zugriff. Trotzdem hatte Heidenheim die ersten beiden Torschüsse durch Kerschbaumer (47.) und Kühlwetter (48.). Doch wenig später zappelte der Ball dann im Netz. Cacutalua schraubte sich bei einem Riese-Freistoß, von der linken Seite, an der Fünfmeter-Linie hoch und nickte platziert zur überraschenden 1-0 Führung ein (54.). Die Gäste wirkten nach dem Rückstand etwas von der Rolle. Fandrich setzt Strauß (58.) links gut in Szene, aber der Abschluss ist zu harmlos und Müller hat keine Probleme. Acht Minuten nach dem Gegentreffer hätte Leipertz beinahe die perfekte Antwort parat gehabt, doch Männel war noch mit den Fingerspitzen dran. Auch beim abgefälschten Schußversuch von Geipl (74.) steht Männel richtig. Fünf Minuten später schlägen die Hausherren zum zweitenmal zu. Einen langen Abschlag von Männel verlängert Mainka per Kopf unglücklich in die Füße von Testroet. Der war hellwach ließ, sich auch von Sessa nicht beirren und schiebt die Kugel aus elf Metern Müller durch die Beine ins Tor. Für die Endphase bringen beide Trainer noch einmal frisches Personal.

Vier Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit zeigte der Unparteiische auf den Punkt - Cacutalua hatte gegen Schimmer den Fuß zu hoch. Der eingewechselte Mohr verwandelte halbhoch in die rechte Ecke und ließ noch einmal ordentlich Spannung aufkommen (87.). Doch Heidenheim versuchte es in der Schlussphase zu überhastet und schaffte trotz vierminütiger Nachspielzeit nicht mehr den Ausgleich. (Burg)

Trainerstimmen

Bernhard Raab (Heidenheim): "Wir sind relativ zäh ins Spiel gekommen. Die ersten fünf, sechs Minuten gingen klar an Aue. Sie haben versucht, Druck aufzubauen, hatten ein, zwei Abschlussmöglichkeiten und wir haben etwas gebraucht, um ins Spiel zu finden. Nach den ersten zehn Minuten hatten wir dann aber relativ große Spielkontrolle und haben es bis zu Pause geschafft, uns viele Chancen herauszuspielen. Wir haben es aber verpasst, in Führung zu gehen, was wir aufgrund der Vielzahl an Chancen aber hätten machen müssen. Ich habe der Mannschaft in der Halbzeitpause gesagt, dass wir nicht ungeduldig werden dürfen, dem Gegner keine Konterchancen zukommen lassen dürfen und weiterhin unsere Restabsicherung wahren müssen. Wir haben zu Beginn der zweiten Halbzeit gut weitergespielt und hatten viele Abschlüsse – ich glaube, in Summe 25 Abschlüsse. Wir haben es aber nicht geschafft, in Führung zu gehen. Und wie es im Fußball oftmals ist, wenn man seine Chancen nicht nutzt, geht der Gegner in Führung – in dem Fall durch eine Standardsituation. Dann wird es in Aue extrem schwer im Spiel zu bleiben. Das haben wir zwar weitestgehend geschafft, aber Aue konnte immer wieder Nadelstiche setzen und nach vorne spielen. Letzten Endes haben sie dann das entscheidende 2-0 gemacht. Unser Anschluss kam vielleicht einen Tick zu spät und war nur noch Ergebniskosmetik. Unterm Strich sind wir enttäuscht, weil wir von unserer Spielführung und aufgrund der vielen Chancen mehr verdient gehabt hätten."

Dirk Schuster (Aue): "Erstmal möchte ich Frank Schmidt viele Grüße und baldige Genesung ausrichten. Hoffentlich ist er bald wieder auf der Trainerbank. Zum Spiel: Mein Kollege Bernhard hat das ganz treffend formuliert. Dem gibt es gar nicht so viel hinzuzufügen. Die ersten Minuten gingen an uns, da konnten wir auch ein paar Halbchancen kreieren. Mit zunehmender Spieldauer in der ersten Halbzeit hat sich Heidenheim frei geschwommen. Wir haben Fehler gemacht, entscheidende Zweikämpfe hinten und vorne nicht gewonnen. Heidenheim hätte in Führung gehen können, sie hatten die klareren Chancen. Wir mussten dann zwangsläufig zweimal wechseln. Die 1-0 Führung hat uns natürlich in die Karten gespielt. Wir konnten dann defensiv-organisiert stehen und auf Nadelstiche setzen. Und aus so einem resultierte das 2-0. Es war zeitweise ein wildes Spiel, ein brutal intensives Spiel, wo sich beide Mannschaften nichts geschenkt haben und wo wir die glücklichere Mannschaft waren."