Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2020/21

Spielbericht

5. Spieltag - Sonntag, 25.10.2020 - 13:30

VfL Bochum - FC Erzgebirge Aue 2:0 (0:0)


VfL Bochum: Manuel Riemann - Cristian Gamboa, Vassilis Lampropoulos, Maxim Leitsch, Danilo Soares - Anthony Losilla, Raman Chibsah (64. Robert Zulj), Thomas Eisfeld (89. Robert Tesche) - Simon Zoller (64. Danny Blum), Milos Pantovic - Soma Novothny (71. Silvere Ganvoula); Trainer: Thomas Reis

Kader: Patrick Drewes, Armel Bella Kotchap, Lars Holtkamp, Gerrit Holtmann, Tarsis Bonga

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Malcolm Cacutalua, Sören Gonther, Steve Breitkreuz, Calogero Rizzuto - Philipp Riese - John-Patrick Strauß, Clemens Fandrich, Ben Zolinski (72. Philipp Zulechner), Jan Hochscheidt (87. Ognjen Gnjatic) - Pascal Testroet (60. Florian Krüger); Trainer: Dirk Schuster

Kader: Philipp Klewin, Louis Samson, Florian Ballas, Antonio Jonjic, Erik Majetschak, Tom Baumgart

Tore: 1:0 Robert Zulj (74.); 2:0 Silvere Ganvoula (82.)

Schiedsrichter: Nicolas Winter (Freckenfeld)

Zuschauer: 300 (lt. Verordnung Gesundheitsamt)

Gelbe Karte: Cristian Gamboa, Thomas Eisfeld / Philipp Riese, Ben Zolinski (2.)

Rote Karte: - / Calogero Rizzuto (29., Nachtreten)

Aue verliert in Unterzahl

Beim VfL Bochum verlor die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster am Sonntag-Nachmittag mit 0-2. Das Auer Abwehrbollwerk hat an der Castroper Straße in über einstündiger Unterzahl (Rizzuto sah Rot/28.) lange gehalten. Dann brach der Gastgeber mit einem Flipper-Tor den Bann (74.). "Umso ärgerlicher ist es dann, wenn Du durch so ein Slapstick-Ping-Pong-Murmel-Tor in Rückstand gerätst", sagte Aue-Coach Schuster nach dem Spiel. Letztlich fahren die Veilchen aber erneut mit leeren Händen zurück ins Lößnitztal.

Im strömenden Regen von Bochum erwischten die Gastgeber den besseren Start. Pantovic kam früh zu einer ersten Kopfballchance, nach der folgenden Ecke unterlief Strauß beinahe ein Eigentor (6.), ein Tor von Novothny zählte wegen einer hauchdünnen Abseitsstellung des VfL-Stürmers nicht (17.). Die Partie lief fast ausschließlich in eine Richtung, von Aue war offensiv wenig bis gar nichts zu sehen. Einzig Zolinski (27.) hatte eine Möglichkeit in zweifacher Ausführung. Erst bleibt sein erster Schuß hängen, der Nachschuss ist etwas besser, rauscht allerdings über das Tor. Kurze Zeit später fliegt Rizzuto wegen eines unglücklichen Zweikampfs mit Novothny vom Platz (28.). Beim Versuch, sich im Liegen zu befreien, erwischte der Deutsch-Italiener seinen Gegenspieler am Bein - und Referee Nicolas Winter entschied auf Platzverweis. In Überzahl erhöhten die Gastgeber den Druck. Aue zog sich weit zurück, verteidigte mit einer Fünfer- und einer Viererkette und ließ so wenig Großchancen zu.

Das sollte sich nach dem Seitenwechsel jedoch ändern, weil Aues Torwart nun mächtig Arbeit bekam. Zoller ließ per Kopf einen Hochkaräter liegen, Männel parierte klasse (52.). Aues Keeper vereitelte wenig später auch gegen den aufgerückten Leitsch die Bochumer Führung (55.). Die Abschlüsse des VfL häuften sich nun: Pantovic traf erst freistehend nur Cacutalua (58.), dann flog sein Schuss knapp am langen Eck vorbei (65.). Bochums-Trainer Reis wechselte, brachte Zulj, Blum und Ganvoula - und bewies damit ein glückliches Händchen, denn alle drei sollten noch eine direkte Torbeteiligung beisteuern. Die Führung für Bochum fällt dann in die Kategorie Murmeltor. Eisfeld will für Pantovic durchstecken, Gonther hält den Fuß rein und „bedient“ damit Zulj. Der Bochumer stolpert den Ball nach links zu Pantovic, der Ihn in Ping-Pong-Manier zurück zu Žulj bugsiert. Der lässt sich diese Gelegenheit dann nicht nehmen – 1-0 (74.).

Deutlich weniger krumm erzielte Bochum dann das zweite Tor: Am Ende eines blitzschnellen Spielzugs über die linke Seite fand Blum mit seiner flachen Eingabe am ersten Pfosten Ganvoula, der aus kurzer Distanz mit Schmackes zum 2-0 vollendete und die Partie damit endgültig entschied (82.). Blum hätte beinahe sogar noch das dritte Joker-Tor erzielt, scheiterte in der Nachspielzeit aber erst mit einem Freistoß an Männel (90.+2) und zielte dann frei vor Aues Schlussmann zu ungenau (90.+3).

Trainerstimmen

Dirk Schuster (Aue): „Nach der Niederlage in Hamburg haben wir uns für heute einiges vorgenommen und waren defensiv ordentlich in der Partie drin. Im Spiel nach vorn konnten wir nicht den nötigen Zug zum Tor entwickeln. Mit der Roten Karte haben wir etwas umgestellt, um den Zugriff beibehalten zu können. In Sachen Kampf, Moral und Einsatzbereitschaft haben wir heute viel gezeigt gegen einen spielstarken VfL. Mit Einbahnstraßenfußball war in Halbzeit zwei zu rechnen, gerade da Bochum nach der Niederlage in Braunschweig unter Zugzwang stand. Mit Glück und Geschick haben wir trotz brenzliger Szenen lange alles wegverteidigt. Da ist es umso ärgerlicher, durch so ein Murmeltor in Rückstand zu geraten. Das ist bitter, weil wir was mitnehmen wollten, aber es sollte nicht sein. Der Sieg des VfL geht in Ordnung.“

Thomas Reis (Bochum): "Für uns war nach der teilweise berechtigten Kritik der letzten Woche eine gute Reaktion sehr wichtig. Wir haben viel besser gemacht als letzte Woche. Aue war super eingestellt und zweikampfstark, damit haben sie es uns schwergemacht. Wir haben die Räume nicht immer gut genutzt und hatten trotzdem ein paar Chancen. Nach der Pause wollten wir früh das Tor machen und vergeben wieder 100-prozentige Chancen. Der Dosenöffner war irgendwie symptomatisch. Aber die Jungs haben Vollgas gegeben und den Sieg nach Hause gefahren. Darüber sind wir glücklich. Jetzt können wir uns kurz freuen, dann Mund abwischen und ab nach Würzburg."