Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2020/21

Spielbericht

8. Spieltag - Sonntag, 22.11.2020 - 13:30

FC Erzgebirge Aue - SV Darmstadt 98 3:0 (1:0)


FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - John-Patrick Strauß, Sören Gonther, Florian Ballas, Calogero Rizzuto - Ognjen Gnjatic, Philipp Riese - Clemens Fandrich (90+1. Dimitrij Nazarov), Ben Zolinski (86. Louis Samson) - Pascal Testroet (90+1. Philipp Zulechner), Florian Krüger (80. Jan Hochscheidt); Trainer: Dirk Schuster

Kader: Kevin Harr, Sascha Härtel, Gaëtan Bussmann, Antonio Jonjic

SV Darmstadt 98: Marcel Schuhen - Matthias Bader (84. Patrick Herrmann), Immanuel Höhn, Lars Lukas Mai, Adrian Stanilewicz (84. Seung-Ho Paik) - Fabian Schnellhardt (84. Patric Pfeiffer) - Mathias Honsak (65. Aaron Seydel), Tobias Kempe, Marvin Mehlem, Tim Skarke (75. Felix Platte) - Serdar Dursun; Trainer: Markus Anfang

Kader: Carl Klaus, Braydon Manu, Henry Jon Crosthwaite, Erich Berko

Tore: 1:0 Pascal Testroet (7. / John-Patrick Strauß); 2:0 Pascal Testroet (Handelfmeter, 56.); 3:0 Dimitrij Nazarov (90+3. / Jan Hochscheidt)

Schiedsrichter: Dr. Martin Thomsen (Kleve)

Zuschauer: lt. Verordnung der Bundesregierung unter Ausschluß der Öffentlichkeit

Gelbe Karte: Calogero Rizzuto / Tim Skarke, Lars Lukas Mai

Aue kann nach vier sieglosen Spielen wieder jubeln

Die Veilchen können wieder jubeln. Gegen die Gäste aus Darmstadt gelang ein verdienter 3-0 Sieg. Man des Tages bei den Veilchen war Pascal Testroet mit einem Doppelpack (7./56.). Das dritte Tor besorgte der eingewechselte Nazarov in der Nachspielzeit. Im neunten Duell gegen die Lilien war es erst der zweite Sieg für Aue.

Das Spiel konnte für die Platzbesitzer nicht besser beginnen. Nach einem Einwurf von Strauß spielt Testroet den Ball wieder zurück zu Strauß, der flankt prompt zurück in den Darmstädter-Strafraum wo Testroet aus 8 Metern mit einem platzierten Aufsetzer Kopfball SVD-Keeper Schuhen keine Chance läßt. 1-0 - Traumstart nach 7 Minuten. Und die Veilchen wollen gleich nachlegen. Zolinski hat auf der rechten Außenbahn viel Platz und verpasst im letzten Moment den richtigen Zeitpunkt für die Ablage nach innen. Die folgende Ecke von Riese köpft Testroet (9.) knapp am rechten Tordreieck vorbei. Danach kamen die Gäste deutlich besser ins Spiel und bereiteten den Auern mit genauen Pässen in die Tiefe einige Schwierigkeiten, doch anders als die Veilchen belohnten sie sich einfach nicht für ihre Bemühungen. Weder Melem (15./rechts vorbei), noch Dursun (17./Kopfball aus 5 Meter) oder Honsak (25./drüber) brachten den Ball an Männel vorbei. Der FCE-Keeper musste diesmal gar nicht so viele Glanzparaden zeigen, denn die Lilien waren zu unkonzentriert im Abschluß. Die Gastgeber hatten nach vorn aber auch einiges zu bieten. Testroet probierte es mit einem frechen Seitfallzieher (16./drüber) und Krüger scheiterte aus spitzen Winkel am reaktionsschnellen Schuhen (19.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff ließ dann Testroet ein feines Anspiel von Strauß am Fünfmeterstrafraum unter der Sohle durchrutschen. War aber vorher noch abgefälscht und daher schwer zu kontrollieren.

Torhüter Marcel Schuhen (Darmstadt) streckt sich vergeblich nach dem Kopfball von Pascal Testroet (Aue, hinten links - in seinem 100. Zweitligaspiel) zum 1:0. Foto: Frank Kruczynski

Mit Beginn der zweiten Hälfte suchten die Gäste sofort wieder den Weg nach vorne, wirklich zwingend waren sie aber nicht. Als Aue zum zweitenmal im Strafraum der Gäste auftaucht, brachte Krüger zunächst den Ball in aussichtsreicher Position nicht unter Kontrolle. Im Anschluss kam Rizzuto an der Strafraumgrenze zu einen wuchtigen Schuss, den Darmstadts Verteidiger Mai mit dem Arm abwehrte. Schiedsrichter Martin Thomsen entschied zunächst auf Freistoß. Nach Rücksprache mit Video-Assistent Robert Hartmann zeigte Thomsen kurze Zeit später auf den Elfmeterpunkt, da Mai beim Vergehen knapp innerhalb des Strafraums stand. Testroet ließ sich die Chance nicht entgehen und erhöhte nach einem kurzen Zwischenschritt und mit einem platzierten Flachschuss in die linke Ecke auf 2-0. Schuhe hatte die andere Seite gewählt. Der Elfer erwies sich als echter Wirkungstreffer für die Gäste. Von diesen kam in der Folge wenig, am Defensivverbund der Auer fanden die Lilien nicht mehr vorbei. Vielmehr schien der Schock über den zweiten Gegentreffer zu überwiegen. Es gelang kein einziger nennenswerter Abschluss mehr. Männel blieb beschäftigungslos. Die Gäste hatten zwar mehr Ballbesitz aber Aue war durch Konter gefährlicher. Testroet hatte zweimal das 3-0 auf dem Fuß hatte. Erst hämmerte er, in zarter Abseitsstellung und mit Hilfe der Schulter von Schuhen, den Ball an die Latte (78.) und dann setzte er einen Ball neben den linken Pfosten. In dieser Szene wäre ein Pass auf Zolinski oder dem eingewechselten Hochscheidt vielleicht die bessere Idee gewesen (82.). Das 3-0 fiel aber noch: Nazarov, erst in der Nachspielzeit eingewechselt, bekam einen Zuckerpass von Hochscheidt genau in den Lauf serviert, Torwart Schuhen kam raus, verpaßte das Streitobjekt und Dima´s Abschluß ins leere Tor ist dann Formsache. Ein bisschen Balsam für Nazarov, der sich mit seiner derzeitigen Dauerrolle als Reservist erst wieder anfreunden muss. (Burg)

Trainerstimmen

Markus Anfang (Darmstadt): "In der ersten Halbzeit muss man ehrlicherweise sagen, dass wir ein richtig gutes Spiel gemacht haben, lagen aber nach einem Einwurf mit der ersten Chance mit 0-1 hinten. Danach haben wir bis zur Pause keine richtigen Torschüsse mehr zugelassen. Wir hatten dann zweimal durch Mathias Honsak und Marvin Mehlems sowie Serdars Dursuns Kopfball sehr gute Chancen, wir haben aber die Tore nicht gemacht. Im zweiten Durchgang wurde dann wieder ein Handelfmeter gegen uns gepfiffen und mit dem zweiten Schuss aufs Tor lagen wir dann 0-2 zurück. Danach war es schwierig für uns zurückzukommen, Aue hat mit viel Leidenschaft verteidigt."

Dirk Schuster (Aue): "Meine Mannschaft hat heute ein richtig gutes Spiel gemacht. Wir haben die Darmstädter Spiele genau analysiert und auch gesehen, dass es Paderborn dort sehr ordentlich gemacht hat. Wir wussten, dass sie uns heute alles abverlangen würden. Das 1-0 hat uns natürlich in die Karten gespielt, selbst haben wir bei zwei, drei Chancen des Gegners Gott sei Dank das Gegentor nicht bekommen. Trotzdem glaube ich, dass wir uns den Sieg mit der zweiten Halbzeit auch verdient haben. Mit diesem Spiel haben wir eine Messlatte gelegt, an der wir uns zukünftig orientieren wollen."