Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2020/21

Spielbericht

11. Spieltag - Sonntag, 13.12.2020 - 13:30

FC St. Pauli - FC Erzgebirge Aue 2:2 (0:1)


FC St. Pauli: Svend Brodersen - Sebastian Ohlsson (80. Maximilian Dittgen), Philipp Ziereis (15. Daniel Buballa), James Lawrence, Leart Paqarada - Finn Ole Becker, Rico Benatelli - Rodrigo Zalazar (80. Marvin Knoll), Borys Tashchy (63. Lukas Daschner), Daniel-Kofi Kyereh (80. Simon Makienok) - Igor Matanovic; Trainer: Timo Schultz

Kader: Robin Himmelmann, Leon Flach, Afeez Aremu, Kevin Lankford

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - John-Patrick Strauß, Sören Gonther, Florian Ballas, Calogero Rizzuto - Clemens Fandrich, Philipp Riese - Ben Zolinski (60. Tom Baumgart), Jan Hochscheidt (68. Dimitrij Nazarov), Florian Krüger - Pascal Testroet (74. Louis Samson); Trainer: Dirk Schuster

Kader: Philipp Klewin, Steve Breitkreuz, Gaëtan Bussmann, Antonio Jonjic, Ognjen Gnjatic, Philipp Zulechner

Tore: 0:1 Pascal Testroet (10. / Florian Krüger); 0:2 Florian Krüger (78. / Dimitrij Nazarov); 1:2 Maximilian Dittgen (81.); 2:2 Simon Makienok (89.)

Schiedsrichter: Lasse Koslowski (Berlin)

Zuschauer: lt. Verordnung der Bundesregierung unter Ausschluß der Öffentlichkeit

Gelbe Karte: Daniel Buballa, Marvin Knoll, James Lawrence, Borys Tashchy / Philipp Riese (3.)

Veilchen geben Sieg aus der Hand

Der FC Erzgebirge Aue hat in der 2. Fußball-Bundesliga am Sonntag einen Punkt beim FC St. Pauli geholt. Dabei führten die Gäste bereits mit 2-0 Toren. Aues Trainer Dirk Schuster: „Wenn man in der 78. Minute mit 2-0 in Führung liegt, ärgert man sich natürlich, dass man das Spiel nicht gewonnen hat.“ Schuster sagt aber auch: „Bereitschaft und Mentalität haben gestimmt. Deswegen bin ich mit dem Punkt auch nicht unzufrieden.“

Gastgeber St. Pauli begann engagiert und verzeichnete bereits nach zwei Minuten durch Ziereis die erste gute Möglichkeit. Die Gäste aus dem Erzgebirge warteten gegen gut gestaffelte Kiezkicker erst einmal ab - stachen dann aber nach einem Fehlpass von Becker, den Rizzuto abfing, sofort eiskalt zu: Hochscheidt schickte Krüger auf links, der Testroet in der Mitte bediente, der wiederum mit einem platzierten 14 Meter Flachschuss dem Hamburger Keeper Brodersen keine Chance ließ (10.). Die Hamburger brauchten lange, um diesen Rückschlag zu verdauen. Erst in der 33. Minute sorgte Matanovic wieder für etwas Torgefahr: Sein Kopfball verfehlte jedoch das Gehäuse. Aue hatte sich etwas zurückgezogen, stand aber hinten sehr sicher und schaltet vor allem nach den Ballverlusten des Gegners schnell um. Rizzutos Distanzschuss, den Brodersen hielt (29.) war ein Beleg dafür. Aber St. Pauli verlagerte das Spielgeschehen danach mehr und mehr in die Auer Hälfte. Die Chancen häuften sich, wurden jedoch von Tashchy (40./44.) und Becker (42.) fast schon kläglich vergeben. Beinahe wären die Gastgeber sogar mit dem 0-2 bestraft worden: Krüger startete nach einem Buballa-Fehler durch, wird dann aber etwas nach links abgetragen, sodass der Winkel sehr spitz wird. Sein Schußversuch geht dann über das Tor (44.).

Nach Wiederbeginn zeichnete sich das annähernd gleiche Bild: St. Pauli war bemüht und rannte gegen den Rückstand an, Kyereh flog nur Zentimeter an einer Ohlsson-Hereingabe vorbei (47.). Aue zog danach selbst aber auch nochmal das Tempo an. Hochscheidt zwang Brodersen vom Strafraum zu einer guten Parade (49.). Jetzt nahmen die Veilchen deutlich aktiver am Spiel teil und kommen immer wieder zu Entlastungsangriffen. Nach einem Riese-Freistoß bekommt St. Pauli den Ball nicht weg und Testroet (55.) packt mit dem Rücken zum Tor eine Mischung aus Fallrück- und Seitfallzieher aus. Der Schuss aus 14 Metern geht aber gut zwei Meter über den St. Pauli-Kasten hinweg. Nach diesem Zwischensprint zogen sich die Gäste allerdings wieder zurück und überließen den Kiezkickern die Feldhoheit. Nach tollem Steckpass von Becker auf Matanovic wäre beinahe der Ausgleich gefallen, doch Männel verhinderte ihn (59.). Der Druck der Hausherren wurde nun minütlich größer, Aue igelte sich immer weiter hinten ein, stellte sogar auf eine defensive Fünferkette um. Die Hamburger erarbeiteten sich weitere Chancen - allein, das Tor wollte nicht fallen. Matanovic tauchte alleine vor Männel auf, schob den Ball auch an Aues Keeper vorbei, der Ex-Kiezkicker Gonther konnte jedoch noch vor der Linie klären (69.). Kyereh traf wenig später zudem nur den rechten Pfosten (73.). Nach vorne kamen die Veilchen nur einmal noch wirklich gefährlich, dann lag der Ball aber auch im Tor, zählte zunächst jedoch nicht. Nach Rücksprache mit dem Videoassistenten gab Schiedsrichter Lasse Koslowski den Treffer doch, denn Krüger hatte bei seinem Heber über den Torwart im Anschluss an das Zuspiel vom eingewechselten Nazarov nicht im Abseits gestanden (78.).

St.-Pauli-Coach Timo Schultz reagierte mit einem Dreifach-Wechsel, der sich auszahlen sollte. Nur Sekunden nach seinem Reinkommen traf Dittgen zum Anschlusstreffer (81.). Dabei hatte er nach einer Ecke mit Verlängerung von Makeinok völlig frei am langen Pfosten gestanden. Und der ebenfalls eingewechselte Ex-Dresdner Makienok schaffte in der 90. Minute noch das 2-2. Nach einem Knoll-Freistoß hatte erst Lawrence an den rechten Pfosten geköpft und Makienok verwertete den Abpraller zum 2-2 Endstand. (Burg)

Trainerstimmen

Dirk Schuster (Aue): "Wir haben ein sehr intensives Spiel gesehen, in dem sich beide Teams überhaupt nichts geschenkt haben. Es ging von Anfang an gut zur Sache. Wir sind hergekommen und wussten, dass St. Pauli das Spiel gewinnen will, wenn nicht sogar muss, und uns alles abverlangen wird. Wir sind recht gut ins Spiel reingekommen und waren auf frühzeitige Balleroberungen aus. Eine davon konnten wir zum 1-0 abschließen. Bei ähnlichen Möglichkeiten waren wir leider zu schlampig oder haben die falschen Entscheidungen getroffen. In der zweiten Halbzeit sind wir wieder gut reingekommen, dann hatten wir die Kontrolle über die Bälle, die wir nach vorne getragen haben, nicht mehr. St. Pauli ist mehr Risiko gegangen, hat die Schlagzahl erhöht und uns in der eigenen Hälfte festgenagelt. Speziell über die Zentrale hatten sie dann Chancen, um zum Ausgleich zu kommen. Wir haben reagiert und haben taktisch umgestellt. Wir machen dann das 2-0. Wenn Du in der 80. Minute mit 2-0 führst, ärgerst man sich im Nachgang, dass man das Spiel nicht gewonnen hat und das Ergebnis nicht über die Zeit gebracht hat. St. Pauli hat sich diesen Punkt absolut verdient, weil sie sich nie aufgegeben und eine super Mentalität an den Tag gelegt haben. Deswegen bin ich am Ende mit dem Punkt auch nicht unzufrieden."

Timo Schultz (Hamburg): "Aufgrund des Spielverlaufs müssen wir mit dem Zähler zufrieden sein. Wenn du in der 80. Minute mit 2-0 hinten liegt, unterschreibst du sofort, wenn du noch einen Punkt holst. Wir haben aber ein ganz gutes Spiel gemacht und hatten guten Chancen, sodass wir die drei Punkte verdient gehabt hätten. Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen, müssen das 2-2 aber akzeptieren. Den Punkt haben wir uns ohne Zweifel verdient. Es war ein Punkt für die Moral, weil die Jungs nach den Niederlagen zuletzt und dem 0-2 Rückstand heute nicht aufgegeben haben. Wir haben immer an uns geglaubt und das ist auch der Grund, warum wir belohnt wurden. Wir haben den Bock jetzt so halb umgestoßen und müssen zusehen, dass wir in den letzten beiden Spielen auch wieder gewinnen. Man wird am Ende eines Spiels auch belohnt, wenn man weiter so auftritt, an sich glaubt, Szenen kreiert und mutig bleibt. Es zeichnet uns als Mannschaft aus, dass auch die Jungs, die reinkommen, nicht viel Anlauf brauchen. Sie haben gute Akzente gesetzt und sich mit den Toren belohnt. Ich habe aber auch nichts dagegen, wenn ein Spieler trifft, der von Anfang an spielt. Für die Mannschaft war es wichtig zu sehen, dass unser Plan aufgeht und wir, wenn wir Fußball spielen und mutig sind, eine richtig gute Mannschaft sind. Auch als es 2-2 stand, wollte ich das Spiel noch gewinnen. Das hat die Mannschaft auch auf den Platz gebracht, selbst in Phasen, in denen es nicht so gut lief, weil Aue es auch geschickt gemacht hat. Das ist der größte Punkt, den wir aus dem Spiel rausziehen sollte."