Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2020/21

Spielbericht

13. Spieltag - Sonntag, 20.12.2020 - 13:30

1. FC Nürnberg - FC Erzgebirge Aue 1:0 (1:0)


1. FC Nürnberg: Christian Mathenia - Noel Knothe, Lukas Mühl, Asger Sörensen, Tim Handwerker - Johannes Geis, Fabian Nürnberger - Robin Hack (82. Hanno Behrens), Fabian Schleusener (76. Nikola Dovedan) - Sarpreet Singh (67. Tom Krauß), Manuel Schäffler; Trainer: Robert Klauß

Kader: Christian Früchtl, Pius Krätschmer, Tim Latteier, Erik Shuranov, Adam Zrelak, Virgil Misidjan

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Steve Breitkreuz, Louis Samson, Florian Ballas, John-Patrick Strauß (82. Philipp Zulechner) - Clemens Fandrich, Philipp Riese - Calogero Rizzuto (58. Ben Zolinski), Jan Hochscheidt (74. Dimitrij Nazarov) - Pascal Testroet, Florian Krüger; Trainer: Dirk Schuster

Kader: Philipp Klewin, Gaëtan Bussmann, Antonio Jonjic, Tom Baumgart, Ognjen Gnjatic

Tore: 1:0 Robin Hack (36.)

Schiedsrichter: Florian Heft (Neuenkirchen)

Zuschauer: lt. Verordnung der Bundesregierung unter Ausschluß der Öffentlichkeit

Gelbe Karte: Johannes Geis, Robin Hack / Dimitrij Nazarov, Louis Samson (2.)

Niederlage im letzten Spiel des Jahres

Der FC Erzgebirge Aue verlor seinen Jahresausklang beim 1. FC Nürnberg trotz eines Chancenplus knapp mit 0-1. Auch im sechsten Punktspiel in Nürnberg (0/1/5) gab es keinen Sieg. Das Tor des Tages erzielte Robin Hack (36.). „Wir haben über 90 Minuten ein sehr ordentliches Spiel gemacht, umso schwieriger ist es zu verarbeiten, dass man mit leeren Händen nach Hause fährt“, befand Coach Dirk Schuster zur letzten Partie im Kalenderjahr 2020. Der FCE verabschiedet sich nun in die sehr kurze 13-tägige Weihnachtspause. Schon am 3. Januar geht‘s im neuen Jahr mit dem Heimspiel (14. Spieltag) gegen Braunschweig weiter.

Aues Coach Dirk Schuster musste kurz vor dem Anpfiff reagieren: Gonther hatte muskuläre Beschwerden, Samson kam deswegen in die erste Elf. Die Gäste zeigten sich jedoch trotz der kurzfristigen Startelf-Änderung hellwach und gingen mit dem ersten Anpfiff beinahe in Führung. Hochscheidt und Testroet marschierten über links durch den FCN-Strafraum, der Ball landet bei Krüger, der aus drei Metern in Bedrängnis versucht, das Leder über die Linie zu drücken. Der Ball springt ihm wohl etwas ans Schienbein, sodass er den Versuch nicht besser kontrollieren kann. Mathenia fährt den linken Fuß aus und kann gerade noch abwehren. Da waren gerade einmal 29 Sekunden gespielt. Der Club war danach zwar um Spielkontrolle bemüht, tat sich aber vor allem offensiv schwer, weil Aue gut gestaffelt stand und die Räume im letzten Drittel verdichtete. Ansonsten brachten die Gastgeber wenig zustande, vor allem in der Offensive hatten sie keine Ideen. Nach vorne setzten die Veilchen auf schnörkelloses und schnelles Umschalten wie in der 21 Minute: Testroet schickt Rizzuto auf rechts in die Tiefe, der aber aus 14 Metern gegen den blitzschnell herauskommenden Mathenia scheitert. Nach einer halben Stunde kam Nürnberg dann besser in die Partie. Hack traf zunächst nach einem Solo von der linken Seite den Außenpfosten (30.). Die Franken wachten nun auf. Einen scharf auf das kurze Eck gezogenen Freistoß von Geis konnte FCE-Torwart Männel noch entschärfen (35.). Nur eine Minute später liegt der Ball dann im Tor der Gäste. Schäffler treibt das Leder über links vor, verzögert und bedient dann den völlig allein gelassenen Hack im Rückraum. Aus 15 Metern zentraler Position nimmt dieser das Leder dann kurzerhand direkt und zieht es flach mit dem rechten Außenrist auf den Kasten. Männel streckt sich und ist mit der Hand noch dran. Er kann den Schuß aber nicht mehr entscheidend abwehren – 1-0. Aue war nun etwas von der Rolle, Nürnberg setzte nach und hätte durch Schäffler per Kopf sogar erhöhen können (42.).

Nach dem Seitenwechsel passierte zunächst wenig. Aue war bemüht, doch brachte nach vorn bis auf einen Distanzschuss von Strauß (53.) und eine Eingabe von Krüger die Zolinski (63.) knapp verpasst, wenig zustande. Auch Nürnberg begnügte sich mit dem knappen Vorsprung. Die Hausherren verstehen es bis auf wenige Ausnahmen weiterhin sehr gut, die Gäste vom eigenen Strafraum fernzuhalten. Wegen der knappen Führung ist aber in dem kampfbetonten und größtenteils aufs Mittelfeld reduzierten Match weiterhin viel Spannung drin. Eine wunderschöne Direktabnahme von Fandrich, die Mathenia mit Glanzparade aus der Ecke fischte (73.), läutete dann aber eine spannende Schlussphase ein, in der Aue noch einmal alles nach vorn warf. Doch die Veilchen brachten den Ball nicht im Tor unter, weder Testroet per Fallrückzieher (76.) noch Strauß mit einem 23m Distanzschuß ans Außennetz (80.). Auf der anderen Seite hatte Hack zuvor die Vorentscheidung verpasst (75.). Er erläuft sich im Duell mit Riese einen langen Ball in die Tiefe, setzt das Leder aber ein paar Zentimeter am linken Pfosten vorbei ins Aus. Die Gäste bekommen zwar noch Gelegenheiten aber Nazarov, der in seinen letzten drei Pflichtspielen gegen Nürnberg jeweils stets ein Tor erzielte, scheitert bei zwei Schußversuchen mit jeweils zuviel Rücklage kläglich. Erst jagt er einen Ball aus der Distanz hoch auf die Tribüne (84.), dann einen Freistoß aus zentraler 20m-Position (90. +2). In der 4-minütigen Nachspielzeit kommt Aue in keine gute Schussposition. Auch das nach vorne stürmen vom Torwart Männel in den gegnerischen Strafraum bringt nichts ein. So blieb es eine kampfbetonte und bis zum Schlusspfiff sehr spannende Partie mit dem besseren Ausgang für den FCN. (Burg)

Trainerstimmen

Dirk Schuster (Aue): "Ich glaube, dass wir von unserer Seite ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht haben. Wir waren von Anfang an sehr präsent auf dem Platz und hatten einen guten Spielaufbau. Auch nach hinten haben wir ordentlich gearbeitet. Wir hätten bereits relativ früh in Führung gehen können, haben das aber leider nicht gemacht. Mit der ersten richtigen Chance gehen wir in Rückstand, haben aber weiter an uns geglaubt. Wenn ich dann sehe, mit welcher Bereitschaft und welcher fußballerischer Qualität aufgetreten sind, haben wir definitiv mehr verdient als ohne Punkte nach Hause zu fahren. Die Nürnberger haben sich aber mit allem dagegengestemmt. Wir haben eines unserer besten Auswärtsspiele gemacht."

Robert Klauß: "Wir haben gegen einen starken Gegner gespielt. Wir haben es geschafft, die Konterstärke von Aue gut in den Griff zu kriegen und haben nur wenige Umschaltmomente zugelassen. Mit Christian Mathenia hatten wir heute einen starken Rückhalt. Wir sind dann besser ins Spiel gekommen, hatten dann die beste Phase, als wir das Tor gemacht haben. In der zweiten Halbzeit haben wir es nicht geschafft, genauso weiterzuspielen. Da haben wir uns ein bisschen das Spiel von Aue aufdrücken lassen. Da hatten wir dann eher Situationen, in denen wir umschalten konnten, die haben wir aber nicht so genutzt. In so einem Spiel wünsche ich mir, dass wir nicht bis zur 94. Minute zittern müssen, sondern das Spiel vorher entscheiden. Da mache ich der Mannschaft aber ein Riesenkompliment, dass wir diese knappen Spiele auf unsere Seite ziehen und auch gewinnen. Das ist wichtig für die Entwicklung einer Mannschaft."