Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2020/21

Spielbericht

15. Spieltag - Sonntag, 10.01.2021 - 13:30

SC Paderborn 07 - FC Erzgebirge Aue 2:1 (1:1)


SC Paderborn 07: Leopold Zingerle - Johannes Dörfler, Uwe Hünemeier, Sebastian Schonlau, Chima Okoroji - Ron Schallenberg - Julian Justvan (71. Svante Ingelsson), Maximilian Thalhammer (88. Aristote Nkaka) - Chris Führich (79. Christopher Antwi-Adjei), Dennis Srbeny (88. Prince Osei Owusu), Sven Michel; Trainer: Steffen Baumgart

Kader: Jannik Huth, Frederic Ananou, Marcel Correia, Marco Terrazzino, Marcel Heller

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Steve Breitkreuz (84. Dimitrij Nazarov), Sören Gonther, Florian Ballas, John-Patrick Strauß - Clemens Fandrich, Philipp Riese - Florian Krüger, Jan Hochscheidt (67. Calogero Rizzuto), Ben Zolinski (90. Antonio Jonjic) - Pascal Testroet (90. Philipp Zulechner); Trainer: Dirk Schuster

Kader: Philipp Klewin, Louis Samson, Gaëtan Bussmann, Tom Baumgart, Ognjen Gnjatic

Tore: 1:0 Sven Michel (4.); 1:1 Florian Krüger (6. / Jan Hochscheidt); 2:1 Julian Justvan (57.)

Schiedsrichter: Dr. Martin Thomsen (Kleve)

Zuschauer: lt. Verordnung der Bundesregierung unter Ausschluß der Öffentlichkeit

Gelbe Karte: Svante Ingelsson, Sebastian Schonlau, Ron Schallenberg / Philipp Riese (4.)

Verdiente Niederlage

Mit einem knappen aber hochverdienten 2-1 besiegte Gastgeber SC Paderborn die Gäste aus dem Erzgebirge. Bereits in der ersten Halbzeit waren die Ostwestfalen mit mehreren Großchancen und zwei Lattentreffern die bessere Mannschaft, ehe im zweiten Durchgang fast gar nichts mehr von den Gästen kam. Aues Torwart zeigte sich in blendender Verfassung und verhinderte eine höhere Niederlage. Damit kassierte der FC Erzgebirge in seinem 491. Zweitligaspiel die 200. Niederlage.

Die Partie begann turbulent: Nach nur zwei Minuten klatschte das Leder nach einem Kopfball von Paderborns Stürmer Srbeny an die Latte. Kurz darauf wurde Michel in der 3. Minute per Steilpass hinter die Auer Abwehrkette bedient und schob freistehend vor Männel ein - eine enge Kiste, der Treffer wurde aufgrund einer Abseitsstellung Michels zunächst zurückgenommen, nach Überprüfung durch den Videoassistenten Pascal Müller, aber gegeben. Die Reaktion der Schuster-Elf folgte jedoch postwendend. Krüger wurde auf dem linken Flügel von Hochscheidt bedient, zog unbedrängt in die Mitte und versenkte den Ball aus rund 20 Metern präzise per Aufsetzer im rechten unteren Eck (6.). Danach agierten beide Mannschaften weiter mutig und suchten den Weg nach vorne, weswegen es hin und her ging. Gefährliche Abschlüsse gab es in dieser Phase allerdings selten zu sehen. Nur Hochscheidt prüfte mit einem technisch anspruchsvollen Drehschuß Zingerle im SCP-Kasten (11.). Doch dann setzte Okoroji den Ball nach einem Freistoß aus 20 Metern an die Latte (19.). Von da springt der Ball ins Aus. Kurz darauf prüfte Thalhammer Männel mit einem harten Schuss, den der Aue-Keeper mit einer starken Reaktion von der Linie kratzte (24.). Auf der Gegenseite jagt Testroet (25.) einen Freistoß aus 18 Metern nur in die Mauer, die auch beim Nachschuss perfekt steht. Und dann haben die Hausherren etwas Glück. Testroet (28.) bringt den Ball aus dem rechten Halbfeld in den Lauf von Krüger, der von Dörfler auf der Strafraumlinie gelegt wird. Sehr strittige Szene! Hier hätte sich der SCP bei einem Strafstoß nicht beschweren können. In der Folge ging es fast nur in eine Richtung. Die Veilchen wurden zeitweise am eigenen Strafraum eingeschnürt und konnten kaum Entlastungsangriffe starten. Dank Männel, der mal wieder einen starken Tag erwischte und gute Schussmöglichkeiten von Justvan und Michel entschärfte (35./37.), nahm Aue das Unentschieden mit in die Pause.

Nach Wiederanpfiff zunächst das gleiche Bild: Paderborn dominierte und verzeichnete durch Srbeny und Justvan zwei gute Chancen (48./50.). Die Gäste kommen in den ersten Minuten nach der Pause kaum zu Entlastungsangriffen. Der SCP drückt massv auf die Führung, die dann auch fällt nach einem Eckball für die Gäste. Paderborn schaltet blitzschnell um. Gegen Michel leitet Strauß den Ball dann ungewollt in die Füße von Justvan, der aus 14 Metern zentraler Position die Nerven behält und das Leder eiskalt vorbei am chancenlosen Männel unten rechts im Gästetor unterbringt (64.). Michel baute diese fast aus, scheiterte aber am rechten Pfosten (64.). Im weiteren Spielverlauf blieb der SCP das bessere Team, verpasste aber die Vorentscheidung: Srbeny vergab einmal leichtfertig (73.), ein weiteres Mal scheiterte er an Männel (75.). Aue hingegen blieb im zweiten Durchgang harmlos, kam durch Testroet aber aus dem Nichts fast zum Ausgleich (78.), als er eine Hereingabe von rechts auf den kurzen Pfosten köpft, wo Zingerle den Ball eigentlich schon sicher in seinen Armen festmacht, die Kugel dann aber fallen lässt. Von ihm aus prallt sie an den Innenpfosten, ehe der SCP-Rückhalt sich hinterher wirft und das Spielgerät endgültig unter sich begräbt. In der Schlussphase warfen die Veilchen noch einmal alles nach vorne ohne jedoch ernsthafte Chancen zu erzwingen. Auch die eingewechselten Nazarov, Jonjic und Zulechner konnten an der ersten Niederlage im neuen Kalenderjahr nichts mehr ändern. Aues Keeper Männel klärte in letzter Sekunde gegen Michel (90.+3). (Burg)

Trainerstimmen

Dirk Schuster (Aue): "Ich habe ein relativ wildes Spiel gesehen, sehr intensiv geführt von beiden Mannschaften. Wir haben die richtige Antwort auf das frühe Gegentor gegeben. Paderborn war uns im letzten Punch und in der Qualität im Passspiel etwas voraus. Wir hatten unsere Probleme in der Umschaltbewegung nach vorne. Trotzdem glaube ich, dass wir uns sehr teuer verkauft haben. Wir hätten einen Punkt verdient gehabt. Mit der Leistung bin ich zufrieden, mit dem Ergebnis weniger."

Steffen Baumgart (Paderborn): "Beide Mannschaften haben ein gutes Spiel gezeigt und auf Sieg gespielt. Das Spiel hätte auch 2-2 ausgehen können. Wir hatten in einigen Situationen das Quäntchen Glück auf unserer Seite. Ich bin sehr zufrieden, wie meine Jungs gearbeitet und sich heute präsentiert haben. Das war notwendig gegen eine sehr gute Auer Mannschaft. Deswegen sind wir froh über die drei Punkte, wissen aber auch wie eng es war."