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Erzgebirge Aue präsentiert Stadion-Entwurf


Der erste Entwurf für das neue Auer Stadion. Quelle: FCE
Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue hat am Montag konkrete Pläne bzw. einen ersten Lösungsvorschlag des Generalplaners für den Umbau des Sparkassen-Erzgebirgs Stadions bekanntgegeben. Der Entwurf sieht etwas über 15.000 überdachte Sitz- und Stehplätze vor und soll 17,3 Millionen Euro kosten. 15 Mio. Euro davon sollen vom Landkreis kommen, der Kreistag soll im Sommer über den Zuschuss befinden. Den Rest sollen die Stadt Aue und der Verein tragen. Besonderheit der derzeitigen Entwürfe sind zwei markante Gestaltungsfugen an der West- und Osttribüne (Hintertorseiten). Dadurch soll den Fans schon beim Weg zum Stadion ein Blick ins Innere ermöglicht werden. Ebenfalls wichtig für Nostalgiker: Die vorhandenen, 1989 eingeweihten, Flutlichtmasten bleiben erhalten. Genauso wird die Südtribüne (Gegengerade) nicht angerührt und bleibt vorerst erhalten. Sie hat noch Bestandsschutz bis mindestens 2035. Wurde sie doch erst vor Vier Jahren mit Fördermitteln modernisiert, die bei einem Umbau wohl zurückzuzahlen wären. Dennoch werde im weiteren Verlauf der Planung der Lückenschluss beziehungsweise ein Neubau dieses Bereichs mit untersucht. Völlig neu gebaut werden die beiden Hintertorseiten und die Haupttribüne. Für ein stimmiges Gesamtbild wird die Höhe des Dachs der Gegentribüne das Höhenniveau für die gesamte Arena sein.


Nach aktueller Planung könnte Ende 2015 mit dem Abriss der Westtribüne (Treppenseite) begonnen werden. Die Fertigstellung ist für Oktober 2017 vorgesehen. Die beengten Raumverhältnisse im Lößnitztal seien eine besondere Herausforderung bei der Planung gewesen, erklärte Architekt Martin Beyer. Mit dem aktuellen Entwurf solle der Wiedererkennungswert des Stadion erhalten bleiben. „Wir wollen versuchen, die Traditionen des Bergbaus visuell umzusetzen“, betone er. Die große Treppe hinter der Westtribüne etwa soll als Hauptzugang erhalten bleiben und von dort soll den Zuschauern schon beim Weg zum Stadion ein Blick ins Innere gewährt werden. Dieses sieht auf dem derzeitigen Gelände ein modernes, kompaktes Stadion mit steilen, überdachten Tribünen vor, die bis dicht an das Spielfeld reichen. Zum Schutz vor Wettereinflüssen und im Sinne der Stimmung sollen die Ecken geschlossen werden. Die Entscheidung was mit den Eckbereichen links und rechts der Gegengeraden passiert ist noch offen.

Erzgebirgsstadion Aue heute. Foto: St. Unger (August 2014)

Neben ausgebautem VIP-Bereich soll in der neuen Haupttribüne ein Vereinsmuseum integriert werden. Weiterhin werden im Bauch der Haupttribüne zahlreiche Funktions-, Versorgungs- und Erlebnisräume integriert. Das reicht von Umkleidekabinen, Medizin-, Presse- und Vip-Bereichen bis hin zu einer Möglichkeit, Kinder zu betreuen. weitere Luftbilder Stadion Aue 1991 bis 2013

Vor allem soll der Umbau der Arena „die Wettbewerbsfähigkeit sichern“, unterstrich Präsident Helge Leonhardt die Wichtigkeit für den Verein und scherzte: „Hier kannst du schon den zweiten Teil von Goodbye Lenin drehen“. Die Sportstätte sei deutlich überaltert und es müsse dringend gehandelt werden. Zuletzt wurde sie mit dem Bau der überdachten Gegengeraden im Jahr 2010 teilmodernisiert. Von 1986 bis 1992 erfolgte in DDR- und Wende Jahren eine umfassende Stadionsanierung. Leonhardt strebt ein flexibles Mietmodell mit dem Landkreis an, der die Kosten für den Verein je nach Liga-Zugehörigkeit anpasst. Das würde „ruhiges Fahrwasser für den Club“ bedeuten.
Derzeit sind für den Umbau 17,3 Millionen Euro einkalkuliert. Davon soll der Landkreis 15 Millionen tragen, der Rest würden zwischen Stadt und Verein aufgeteilt. Damit das Budget einfach überwacht werden kann, sollen die Kosten möglichst detailliert aufgeschlüsselt werden, versprachen die Planer. Andreas Stark, zuständiger Beigeordneter im Landkreis, betonte, dass es sich um einen vorläufigen Entwurf handle. "Es ist also nicht so, dass das Stadion dann eins zu eins so aussehen wird“, bekräftigte er. Laut Projektleiter Ronny Erfurt soll bis Ende Mai 2015 die Entwurfsplanung abgeschlossen sein. Im Sommer soll der Bauantrag dann fertig sein und der Kreistag erste Entscheidungen treffen. Der aktuelle Plan sieht einen Abriss der Westtribüne, der Kurve der Heim-Fans, als ersten Bauschritt Ende nächsten Jahres vor. Als Bauabschnitt 2 würde bis Oktober 2016 die gegenüberliegende Seite (Lößnitzer) folgen, ehe bis Oktober 2017 mit der Haupttribüne und der Gestaltung der Außenanlagen der Schlusspunkt folgt. Im Oktober 2017 könnte der Umbau dann abgeschlossen sein. (sz-online/Freie Presse/Burg)


Historisch: Umbau zu DDR Zeiten. Verlegearbeiten der Stufenelemente im heutigen Gästeblock G. Foto: W. Wagner (Frühjahr 1987)





Chemnitzer Morgenpost
Geschrieben von Burg am 10.11.2014, 21:12   (1282x gelesen)