Spielberichte
3. Spieltag, 15.08.2003

FC Erzgebirge Aue:1. FC Union Berlin
2 1


Erzgebirgsstadion, Freitag 15. August 2003

(Kick off 19.00 Uhr)



(Kay) Vor einer tollen Kulisse (10.000 Aue-Fans und knapp über 2.000 Unioner) startete der FCE sehr agressiv in das „Ostderby“. Die erste Viertelstunde kamen die Berliner kaum zum Durchatmen, erst als die Auer Bemühungen nachließen kamen die Gäste zu einem richtigen Konter. Der führte zum entsetzen der Lila-Weißen-Fangemeinde jedoch gleich zum Rückstand: Rüdiger Rehm kam als letzter Mann zu spät, Konstantin Vidolov schlug einen Hacken gegen seine Laufrichtung und hatte plötzlich alle Zeit der Welt, um den Ball für Petkov unhaltbar zu versenken (22.). Zugegeben ein sehenswertes Tor.

Lange zeigten sich die Auer nicht beeindruckt davon. Bereits in der 33. Spielminute zog Khvicha Shubitidze von halblinker Position ab, die Unioner Kopfballabwehr landete bei Matthias Heidrich, der mit viel Wut im Bauch das Leder mit einem Distanzschuss in die Maschen drosch. Dabei entfaltete sich ein erlösender Jubel im Lößnitztal. Wenig später setzten erneut Heidrich und Shubitidze die Zeichen auf Sieg. „Matze“ brachte „Shubi“ mit einem langen Pass
und viel Übersicht ins Spiel, der quirlige Georgier lief allein auf Union-Keeper Wulnikowski (verdrängte in der Vorsaison Sven Beukert), lies diesen geschickt aussteigen und schob den Ball zum 2:1 ins leere Tor ein (41.) – sein zweites Saisontor fiel zu einem denkbar günstigen Zeitpunkt kurz vor der Halbzeit!

Nach dem Wechsel entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel. Die Auer setzten nun alles auf Devensive, Trainer Schädlich brachte für die blass gebliebenen Grund und Jank sowie für den ausgepowerten Heidrich frische Leute (Kurth, Kunze und Görke). Doch die Unioner, die bislang ebenfalls keinen Punkt auf der „Haben-Seite“ verbuchen konnten, erhöhten den Druck. In der 68. Minute hatte Aue das Glück des Tüchtigen, der sonst sichere Petkov war herausgelaufen und hatte sich beim Kopfball von Baumgart total verschätzt. Der Ball verfehlte jedoch sein Ziel. Vielleicht hätte Curri acht Minuten vor Spielende den Sack zugemacht, wäre er nicht durch eine Notbremse von Dabac gestoppt worden, welche folglich mit dem roten Karton geahndet wurde. Nun brannten bei einigen Fans auf Unioner Seite die Sicherungen durch, während Leuchtraketen und Böller aufs Spielfeld flogen, kletterten einge „Fans“ über den Zaun – konnten jedoch zunächst von den Sicherheitskräften zurückgehalten werden. Auf dem Spielfeld versuchte der eingewechselte Okeke nach einer Rangelei mit Görke Sekunden vor Spielschluss einen Elfer zu schinden, doch Bundesliga-Schiri Hermann Albrecht lies sich nicht beirren. Nach Spielschluss feierten die Erzgebirger euphorisch den ersten Sieg in der neuen Spielklasse, während einige Unioner in den Innenraum des Stadion kletterten, dort Banden, ein Tor und eine Kamera eines Pay-TV-Senders beschädigten (im übrigen war das Spiel am Abend als Top-Spiel im gleichen Sender live zu sehen, die Berichterstattung wurde jedoch vorzeitig abgebrochen). Mit Mühe konnte die Polizei – die scheinbar nicht ausreichend vorbereit war – ein Eindringen der aufgebrachten Berliner in die Katakomben des Stadions verhindern.


Aue: Petkov - Emmerich - Krasselt, Jendrossek - G. Berger, Heidrich (71. Görke), Rehm, Grund (66. Kurth) - Curri, Jank (73. Kunze), Shubitidze

Berlin: Wulnikowski - Sandmann, Molata, Pfuderer, Dabac - Balcarek (56. Okeke), Joppe, Vidolov, Bruns (70. Sobotzek) - Keita, Baumgart

Schiedsrichter: Hermann Albrecht (Kaufbeuren)

Zuschauer: 12.200

Tore: 0:1 Vidolov (22.), 1:1 Heidrich (33.), 2:1 Shubitidze (40.)

Karten: Okeke (57.), Jank (72.), Keita (74.), Rehm (78.), Baumgart (88.), Görke (90.), Dabak (84.)