Spielberichte
7. Spieltag, 03.10.2004

FC Erzgebirge Aue:SV Eintracht Trier
1 2


Erzgebirgsstadion Aue, Sonntag 03. Oktober 2004

(Kick off 15.00 Uhr)



FC Erzgebirge Aue vs. SV Eintracht Trier

Die Negativserie der Auer-Veilchen hält auch nach dem Heimspiel gegen Trier an.

Aues Trainer Schädlich wechselte zur Vorwoche 3 Spieler aus. So begannen diesmal Kunze, Kurth und Liebers für die formschwachen Heidrich, Hasse und Juskowiak.

Aue war von Beginn an sehr bemüht und bestimmte das Spielgeschehenn in den ersten 45. Minuten. So erspielten sich hauptsächlich die Hausherren nennenswerte Chancen. Doch es fehlte an der entscheidenden Genauigkeit bei den Möglichkeiten durch Helbig, Toppmöller oder auch Kunze. Die größte Gelegenheit vergab aber Kapitän Emmerich als er mit einem schwachen Schuss vom Elfmeterpunkt aus an Triers Schlussmann Kresic scheiterte. Vorausgegangen war eine Trikotzupfen von Pelzer an Helbig im Gästestrafraum. Kurz jubeln konnten die 11100 Zuschauer dann nach einem Freistoss der Veilchen, doch der unsicher wirkende Schiedsrichter gab den Treffer nicht, da Aues Curri im Abseits gestanden haben soll. Somit ging es mit einem, für die Moselstädter, schmeichelhaften 0:0 in die Kabinen.
Nach dem Pausentee dann aber berechtigte Begeisterung bei den FCE-Anhängern. Nach schönem Anspiel von Toppmöller zog Kurth an der Strafraumgrenze ab. Triers Abwehrspieler Pelzer gab dem Ball mit seinem verunglücktem Rettungsversuch noch die entscheidende Richtungsänderung ins eigene Tor. Aue führte dadurch nur 40 Sekunden nach Wiederanpfiff mit 1:0.
Die Erleichterung bei den Fans und Spielern der Erzgebirger war unübersehbar. Doch die Spieler waren sich, ob der Führung, zu sicher und stellten völlig unverständlicher Weise den Spielbetrieb fast komplett ein. Vor allem das Defensivverhalten war fortan „katastrophal“, wie Aues Trainer Schädlich nach dem Spiel zu recht kritisieren musste. Schon in der 57. Minute war es dann folgerichtig mit der Auer Herrlichkeit vorbei, Triers Keller schlenzte nach schönem Solo den Ball zum 1:1 ins lange Eck. Auch nach dem Ausgleichstreffer war die Eintracht die spielbestimmende Mannschaft. Das Auer-Mittelfeld um Toppmöller, der nur 25 km von Trier aufgewachsen ist, konnte keine Akzente mehr setzen, so dass auch die Auer-Offensive kaum noch in Erscheinung treten konnte. Auch die Einwechslung von drei frischen Stürmern, darunter „Neuling“ Demir, verpuffte, einzig ein Pfostenschuss von Helbig brachte noch etwas Gefahr vor das Gästetor.
Kurz vor Ende der Partie dann die Quittung für den Gastgeber, der eingewechselte Klasen umkurvte Aues-Abwehrspieler Emmerich und schob den Ball gekonnt an Torhüter Hahnel zur 2:1 Gästeführung vorbei. Somit war das Spiel entschieden.

Trainer Schädlich war entsprechend der Leistung seiner Auer-Mannschaft in der 2. Spielhälfte sehr angefressen und fasste die Leistung treffend zusammen: „Wir sind zu blöd, um zu gewinnen.“ Vor allem die mangelnde Chancenauswertung im 1. Abschnitt und das desolate Abwehrverhalten nach der Pause prangerte der Übungsleiter an. Zudem zeigte er sich von den sogenannten „Führungsspieler“ sehr enttäuscht.
Präsident Leonhardt sprach von einer „bitteren Niederlage“ und forderte nach nun 5 Punktspielen ohne Sieg Trainer Schädlich auf „genau die Leistung aller Spieler zu analysieren und entsprechend zu handeln“, aber er warnte auch „jetzt nicht alles in Frage zu stellen, was in den letzten Jahren in Aue aufgebaut wurde.“


Aue: Hahnel - Kos, Emmerich, Trehkopf - Günther, Toppmöller (72. Demir), Kurth, Liebers - Curri (85. Shubitidze), Kunze (72. Juskowiak), Helbig

Trier: Kresic - Drageljevic, Mamic, Budisa, Pelzer - M. Keller, Grzeskowiak, Reis (60. Siradze), Racanel - Patschinski (89. Zdriliz), Labak (75. Klasen)

Schiedsrichter: Norbert Grudzinski

Zuschauer: 11.100

Tore: 1:0 Pelzer (46./Eigentor), 1:1 M. Keller (57.), 1:2 Klasen (88.)

Karten: Kurth - Kresic, Pelzer, M. Keller