Spielberichte
29. Spieltag, 17.04.2005

FC Erzgebirge Aue:SG Eintracht Frankfurt
0 5


Erzgebirgsstadion Aue, Sonntag 17. April 2005

(Kick off 15.00 Uhr)



(Kay) Nach den Vorkommnissen beim Cottbus-Spiel wurden erwartungsgemäß die Sicherheitsvorkehrungen deutlich erhöht. So kam die Polizei-Reiterstaffel ebenso zum Einsatz wie Hubschrauber, ganz offensichtlich mehr Polizei und ein Wasserwerfer – letzterer in Lauerstellung (die Staatsmacht trainierte dessen Einsatz übrigens in der Vorwoche am Pumpspeicherwerk Markersbach). Doch dies alles nahmen viele Veilchen-Fans zunächst gar nicht richtig war, standen sie doch unter dem Eindruck der Aufstiegsgelüste. Tatsächlich bot der Ausgang der Freitag-Spiele und das bevorstehende Duell mit einem Aufstiegskandidaten ungeahnte Möglichkeiten die Konkurrenz zu ärgern. Dass Aue zu mehr als das nicht im Stande ist, verdeutlichte die Eintracht in bitteren 90 Minuten: Begonnen haben die, eigentlich auswärtsschwachen, Frankfurter damit nach noch nicht einmal 120 Sekunden Spielzeit. Einwurf von Chris auf Jones, dieser in den Lauf von Köhler, Schuss aus halblinker Position und der chancenlose Bobel im Auer Tor musste zum ersten Male hinter sich greifen. Die Auer waren total verunsichert, vielleicht nervös – Frankfurt in der Folgezeit Klassen besser. Erst nach einem verletzungsbedingten Wechsel der Gäste (Cimen kam für Kapitän Schur, 18.) wurden die Erzgebirger sicherer. Klare Chancen blieben auf beiden Seiten jedoch Mangelware, für Aue gab es nur bei Distanzschüssen Möglichkeiten (29. Tchipev, 38. Curri aus halblinker Position, 43. Trehkopf) – wenig verwunderlich, da die Frankfurter hinten sehr gut agierten, die Räume eng hielten und ständig Überzahlsituationen erzeugten. Zum strategisch denkbar ungünstigsten Zeitpunkt setzte die Funkel-Elf noch einmal Akzente; Bobel glänzte gegen Jones (44.), blieb jedoch gegen van Lent in der Nachspielzeit zweiter Sieger.

In der zweiten Hälfte war Aue weiter bemüht aber erfolglos. Desolat war jedoch die Situation um die 50. Minute. Kapitän und Abwehrchef Emmerich wurde an der Seitenlinie behandelt, was offenbar keiner seiner Mitspieler ernsthaft zur Kenntnis nahm. Aue im Vorwärtsgang, Frankfurt auf Konter lauernd und schnell in Ballbesitz, Aue ohne letzten Mann in der Abwehr… Ein solches Gastgeschenk wird den Hessen nicht gleich wieder unter kommen – drei Leute völlig frei vor Keeper Bobel – oder anders: der Genickbruch für die Veilchen an diesem Tage (Torschütze: Ochs). Dass es dann noch zu regnen begann wie aus Eimern und Aue zwei weitere Tore fing (Köhler 58., Cha 74.) war eigentlich nebensächlich, schlimm war dass noch 15 Minuten des Grauens bevorstanden. Doch kurz vor Spielende kehrte die Stimmung auf die Auer Ränge zurück – bei vielen war die Einsicht zurückgekehrt, dass Aue nicht in die erste Liga muss, sondern die dritte sensationelle Saison in Folge spielt. Schade eben nur, dass es gleich fünf Tore sein mussten, die zu dieser Erkenntnis (zurück) führten.



Aue: Bobel - Ehlers, Emmerich, Kos, Trehkopf - Heidrich, Tchipev, Rehm (54. Hasse) - Curri (86. Schubitidze), Juskowiak, Helbig (65. Demir)

Frankfurt: Pröll - Ochs, Hoffmann, Vasoski, Wiedener - Christ, Meier (83. Weissenberger), Schur (18. Cimen), Köhler - Van Lent, Jones (71. Cha)

Schiedsrichter: Georg Schalk

Zuschauer: 15.000 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Köhler (2.), 0:2 Van Lent (45.), 0:3 Ochs (50.), 0:4 Köhler (59.), 0:5 Cha (74.)

Karten: Trehkopf - Van Lent