Spielberichte
3. Spieltag, 27.08.2006

MSV Duisburg:FC Erzgebirge Aue
4 2


MSV-Arena, Sonntag, 27. August 2006

(Kick off 14:00 Uhr)




Duisburg zu stark für Aue

Nichts zu holen war für den FC Erzgebirge Aue beim MSV Duisburg. Beim mittlerweile schon dritten Auftritt (vorher zwei Remis) bei den Zebras, gab´s die erste Niederlage dort. Diese fiel lt. Trainer Gerd Schädlich, insgesamt verdient aus. In dieser Form gehört der MSV zum Aufstiegsfavoriten. Von Anfang an präsentierten sich die Hausherren selbstbewusst, laufstark, kreativ und klar dominierend gegen Anfangs wieder nur bieder wirkende Gäste. Bobel musste schon nach 100 Sekunden mit einer Glanzparade gegen Grlic den Rückstand verhindern. Immer wieder stellten die Duisburger über die Außenpositionen die Gäste Abwehr vor Probleme. „Es war nur eine Frage der Zeit bis das erste Tor fiel“, stellte Trainer Gerd Schädlich treffend fest. Dieses fiel nach 16 Minuten per Kopfball durch Klemen Lavric. Ehlers und Trehkopf hatten gegen den Slowenen nicht aus zurichten. Aue hatte Mühe im Spielaufbau. Ganze 26 Minuten sollte es dauern bis die Veilchen überhaupt mal den Duisburger-Strafraum betraten. Dann überschlugen sich fast die Ereignisse. Kurth wird am oder im Strafraum von den Beinen geholt, Schiri Sippel lässt weiterspielen und im Gegenzug hält Bobel gegen Bugerea. Es läuft immer noch die 26. Minute da endlich dringt Brecko mit dem Ball am Fuß in den Strafraum ein und wird von Tararache umgesenst. Schiri Sippel zeigt auf den Punkt, Emmerich schnappt sich die Kugel und verwandelt halbhoch rechts. Koch ahnte die Ecke, aber drin 1-1. 27 Minuten waren hier gespielt. Aue schießt einmal aufs Tor und es steht 1-1. Verkehrte Welt werden wohl die MSV-Fans denken. Einen 9 Minuten währenden Moment brauchen die Zebras um sich von diesen Gegenschlag zu erholen. In diesen Neun Minuten zögert Heller, von links kommend zu lange (31.) und der ansonsten kaum auffallende Dostalek probiert es mit einem Distanz Schuss (33.). Keine Gefahr aber für Keeper Koch. Nach 36 Minuten, der MSV wieder erholt. Dann geht alles sehr schnell – zu schnell für die Auer Abwehr. Bugera schickt Idrissou auf links durch die völlig aufgelöste Auer Abwehr. Nur Trehkopf versucht zu retten was nicht mehr zu retten war. Der Kameruner legt quer auf Mokhtari, 2-1. „In der 1. Halbzeit waren wir viel zu fehlerhaft und brauchten uns mit Blick auf den Halbzeitstand nicht zu beklagen“, fasste Gerd Schädlich den ersten Durchgang zusammen. Nur Emmerichs Elfmeter Tor hielt die Gäste noch am Leben, ansonsten hätte man die Partie schon abhaken können. Zu überlegen war der selbsternannte Aufstiegskanditat.

Die 47. Minute schien das alles zu bestätigen. Bobel hielt mit Mühe einen Kopfball von Idrissou, nach Freistoßvorlage von Mokhtari. Im Fußball passieren aber manchmal Dinge die man nicht erklären kann. David Siradze kommt in der 56. Minute für Kevin Hampf und legte plötzlich den Schalter für die Gäste um, die darauf gewartet hatten. 60 Sekunden später reiben sich die Auer Schlachtenbummler verwundert die Augen. Juskowiak auf Kurth und Siradze verzieht um Haaresbreite ganz knapp den Kasten von Koch. Die bis dato beste Kombination der Gäste. Das Spiel entwickelt sich nun langsam zu einem Klasse Zweitliga Match. Mokhtari kommt völlig freistehend an den Ball (58.) , doch Bobel hält. Curri prüft auf der Gegenseite mit einem feinen Schlenzer aus 20 Meter Georg Koch, der nur mit Mühe den Ball zur Ecke lenken kann. Jetzt wird es schon fast dramatisch. Aue fightet gnadenlos und ist nicht wieder zu erkennen. Schädlich bringt nach 68 Minuten Liebers und Lenze für Heller und Dostalek. Lavric schafft in der selben Minute fast das 3-1, doch sein Kopfball geht daneben. Danach durfte auch er duschen. Für ihn kommt Markus Kurth. Wieder im Gegenzug zirkelt Aues Kapitän einen Freistoß an den „Sechszehner“ und Juskowiak zeigt sein ganzen Können. Annahme mit der Brust, Drehung und ein Knaller wie aus den Guß. Koch hätte den Ball nie und nimmer gesehen. Knapp vorbei. Was für einen Spannung. Abwehrrecke Schlicke depürt zweimal die Auer Abwehr innerhalb von 20 Sekunden. In der 73. Minute hält Bobel erst mit der Hand und wenig später per Fußparade. Dann der Auftritt von Miso Brecko. Nach einer weiten Liebers Flanke von links, kommt der Slowene aus den Hintergrund und im Rücken der Duisburger Abwehr an den Ball. Er tanzt gekonnt Idrissou aus und vollendet, von Bugera noch leicht abgefälscht, zum umjubelten 2-2 Ausgleich (76.). Kevin Hampf wie auch Gerd Schädlich stellten aber nüchtern fest, das man sich nach diesen Ausgleich zu lange freute bzw. zu euphorisch war. Recht hatten sie. 64 Sekunden später schlug es zum dritten Male im Bobel Kasten ein. Blank Eingabe von links, Ehlers fälscht noch ab genau vor die Füße des am heutigen Tage überragenden Marrokaner´s Youssef Mokhtari – 3-2. Was für eine Tragik aus Sicht der Gäste. In der 79. Minute laufen sie noch in einem weiteren Konter. Pass von Tararache auf Idrissou und der behält im Laufduell ganz cool die Übersicht gegen Trehkopf. Der Ex-Cottbuser wird einfach ausgetanzt nach Belieben. Schuß an den Pfosten und aus den Hintergrund kommt Markus Kurth – 4-2. Zwar ergeben sich die Auer noch nicht ganz und Juskowiak (90.), zwingt per Kopf, Koch im Tor noch mal zu einer Parade. Doch am Ende muss ganz klar feststellen, in dieser Form geht der Aufstieg am MSV nicht vorbei. Aue hielt zumindest in der 2. Halbzeit ordentlich dagegen, doch der Gegner war cleverer abgezockter. Dies sah auch Schädlich so: „Man hat ganz deutlich gesehen, das hier ein Aufstiegskandidat gespielt hat. Wir sollten so schnell wie möglich die berühmten 40 Punkte-Grenze erreichen. Alles andere ist Träumerei". (burg)


Duisburg: Koch - Weber, Filipescu, Schlicke, Bugera - Tararache, Mokthari, Grlic (82. Book), Lank - Lavric (68. Kurth), Idrissou (85. Daun)

Aue: Bobel - Emmerich, Ehlers, Trehkopf - Kurth, Heller (68. Liebers), Dostalek (68. Lenze), Brecko - Hampf (56. Siradze), Curri, Juskowiak

Schiedsrichter: Peter Sippel (München)

Zuschauer: 14.312 (davon 530 Aue Supps/Quelle: MSV-Ticketservice)

Tore: 1:0 Lavric (21.), 1:1 Emmerich (27./Foulelfmeter), 2:1 Mokhtari (36.), 2:2 Brecko (76.), 3:2 Mokhtari (77.), 4:2 Kurth (79.)

Karten: Mokhtari (9.), Blank (39.) – Ehlers (23.), Brecko (45.)