Spielberichte
27. Spieltag, 01.04.2007

FC Augsburg 07:FC Erzgebirge Aue
3 0


Rosenaustadion, Sonntag, 01. April 2007

(Kick off 14:00 Uhr)







WIEDER EINE SCHWACHE AUSWÄRTS-VORSTELLUNG DER VEILCHEN

Der FC Erzgebirge Aue kommt in der 2. Fußball-Bundesliga zumindest auswärts im Jahre 2007 weiterhin nicht in Tritt. Die Auer knüpften gestern in Augsburg nahtlos an ihre schwachen Auftritte auf fremden Plätzen – wie etwa in Fürth oder Braunschweig – an und kassierten auch in dieser Höhe zu Recht eine 0:3-Niederlage. In der Tabelle rutschten die Erzgebirger damit auf den achten Platz ab.
Der Sekundenzeiger hatte noch keine zwei Umdrehungen vollendet, da lag Aue schon mit 0:1 hinten. Lars Müller tanzte erst Heller und dann Kos aus, bediente Haas, der von Emmerich vorm Eindringen in den Sechszehner nicht gehindert wurde. Der Schuss schien haltbar, unter dem Körper von Keller fand der Ball den Weg ins Tor.
In der Folge entwickelte sich bei besten äußeren Bedingungen (20 ?C) ein Spiel, das keinen der 24.200 Zuschauer so recht von den Sitzen reißen konnte. Ausnahme war die sechste Spielminute, als der vermeintliche Ausgleichstreffer durch Kos per Kopf wegen eines Fouls nicht gegeben wurde. Zu recht. Kos hatte nach Ecke Geißler den Ex-Chemnitzer Ingo Hertzsch per Body-Check umgestossen und sich so freie Bahn verschafft. Ansonsten bemühten sich die Auer im Spiel nach vorn, waren aber am Strafraum der Augsburger mit ihrem Latein am Ende.
Der FC Augsburg hatte durch Löring, der an Keller scheiterte (13.) sowie zwei Mal Lawaree (14./20.) weitere gute Chancen, die Führung auszubauen. In der Vorwärtsbewegung kamen die Hausherren meist überfallartig vors Auer Tor. Aue zwar optisch überlegen und mit mehr Ballbesitz im gesamten Spiel (63%), aber dort wo die Spiele entschieden werden im eigenen wie auch im gegnerischen Strafraum fehlte ganz deutlich die Zielstrebigkeit und die Entschlossenheit, monierte zu Recht Gerd Schädlich in der Pressekonferenz.
In der letzten Viertelstunde von Halbzeit eins drückte Aue, weiterhin aber ohne dabei für echte Gefahr vor dem Augsburger Tor zu sorgen. Vom Auer Sturm Rangelov, Siradze und Klinka weit und breit nichts zu sehen. Einziger Aufreger in der 36. Minute als Benschneider am Boden liegend den Ball mit der Hand (von Klinka) gespielt haben soll. Gerd beschwerte sich sofort beim Linienrichter wie auch noch mal in der Pressekonferenz.

Nach der Pause machten die Gastgeber dann schnell Nägel mit Köpfen. In der 52. Minute düpierte erneut Haas die Auer Abwehr und vollendete überlegt zum 2:0. Erst griffen Kos und Emmerich den Torschützen viel zu halbherzig an und auch die heranstürzenden Ehlers und Keller konnten das 2-0 nicht verhindern. In dieser Szene wurde schonungslos deutlich warum Aue nicht zu den Aufstiegskandidaten zählen kann. Oder wie es Gerd Schädlich formulierte: „Dieses Spiel hat den einen oder anderen von uns deutlich die Grenzen aufgezeigt“. Drei Minuten später machte Luz alles klar, der eine Freistoßeingabe von Müller per Kopf zum 3:0 verwertete (55.). Allerdings war auch Augsburg´s Abwehrhüne Roland Benschneider noch mit dem Rücken am Ball. Fast hätte Lawaree noch für das 4-0 gesorgt, doch Kos rettete vorm leeren Tor (62.). Die mitgereisten vielen Auer Schlachtenbummler konnten sich nun für die restliche Zeit ein Sonnenbad im schon imposanten Rosenaustadion genehmigen. Balsam für die Frust-Fan-Seelen.
Von den Auern war auch im zweiten Durchgang im Offensivspiel fast gar nichts zu sehen. Zwei Mal war es Kurth (59. und 72.), der den Augsburger Torhüter Neuhaus mit Schüssen aus der Distanz zu Paraden zwang. In der 87. Minute setzte der für Klinka eingewechselte Curri einen Freistoß in die Arme des FCA-Keepers.
vorn. (burg)



Trainerstimmen
Rainer Hörgl (Augsburg): „Wir waren auf die schnellen Auer Angreifer gut vorbereitet, haben kaum Chancen zugelassen. Das Spiel ging heute mit einem Paukenschlag los. Das gesteckte Ziel Klassenerhalt haben wir nun frühzeitig erreicht. Alles, was jetzt noch kommt, ist Zugabe und wir können uns in Ruhe entwickeln.“
Gerd Schädlich (Aue): „Wir waren heute ein sehr angenehmer Gast, weil wir versucht haben, Fußball zu spielen. Leider taten wir das aber nur zwischen den Strafräumen. Da, wo die Spiele entscheiden werden, nämlich im Strafraum, haben wir ganz klar versagt. Augsburg hat verdient gewonnen, weil sie in den entscheidenden Spielfeldzonen die Zweikämpfe gewonnen haben.“ burg


Augsburg: Neuhaus - Hertzsch, Dreßler, Benschneider - Hdiouad, Löring (33. Wenzel) - Strauß (84. Kern), Haas, Müller - Luz (80. Galuschka), Lawaree

Aue: Keller - Ehlers, Kos, Emmerich, Trehkopf (56. Adamski) - Heller, Kurth, Geißler (60. Lenze) - Klinka (77. Curri), Siradze, Rangelov

Schiedsrichter: Michael Kempter

Zuschauer: 24.200 (davon 1.650 Auer Schlachtenbummler, Quelle: FCA-Ticketservice Herr Kastner)

Tore: 1:0 Haas (2.), 2:0 Haas (52.), 3:0 Luz (55.)

Karten: Trehkopf (16.), Geißler (57.), Keller (55.)