Spielberichte
27. Spieltag, 21.03.2009

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Erzgebirgsstadion Aue, Sonnabend 21. März 2009
(Kick off 14.00 Uhr)


Aue trifft endlich wieder ins gegnerische Tor – Trotzdem nur Remis gegen Unterhaching



Nur 1-1 Unentschieden trennte sich der FC Erzgebirge Aue im so wichtigen Heimspiel für Heiko Weber gegen den Tabellenfünften SpVgg Unterhaching. Bei bestem Fußballwetter im Erzgebirgsstadion machte sich die Rückkehr von den gesperrten Spieler Curri und Paulus sofort bezahlt. Denn die Veilchen erwischten einen Start nach Maß. Curri bediente Agyemang am Fünfmeterstrafraum und der zuletzt gegen Bremen II so arg enttäuschende Stürmer windet sich in bester Gerd Müller Manier um Gegenspieler Schulz herum, um mit schönen Drehschuss zur 1-0 Führung zu treffen. Der erste Treffer nach über 6 Stunden für die Veilchen. Aue in dieser Phase weiter optisch überlegen, vom Gast nicht viel zu sehen. Aber wie schon am Dienstag versandet diese schwungvolle Anfangsphase wieder. Das Spielniveau nahm stetig ab. Fast wie aus dem Nichts gelingt dem Gast dann der Ausgleich. Hensel verliert Nähe Mittellinie den Ball gegen Oliver Fink und der findet sich zum Doppelpass mit seinem Namensvetter Anton Fink. Mit einem Schuss ins lange Eck lässt O. Fink Männel keine Chance. Haching danach wacher, kann sich aber gegen die wieder konstant gute Aue Abwehr nicht entscheidend durchsetzen. Und Aue baut wieder merklich ab. „Nach schönem Anfang von uns, wurden wir dann immer unsicherer. Uns fehlt einfach die Konstanz“, resümierte Skerdilaid Curri nach dem Spiel. Deutlich war auch zu sehen das sich die Bayern vor dem Sturm der Veilchen nicht zu fürchten brauchten. Da braucht man kein Experte zu sein um zu sehen, das Spieler wie Glasner Null Durchschlagskraft haben und nicht mal in der Lage sind einfach Bälle festzumachen. Marc Hensel, bei dem auch nicht alles rundlief in dieser ersten Halbzeit, hatte dann in der 44. Spielminute noch eine Kopfballchance die weit drüber ging.

Mit Beginn des zweiten Durchgangs hatte Weber ein einsehen mit Glasner und brachte Baltes. Haching hatte die erste Chance als Anton Fink (48.) einen Ballverlust von Müller fast mit der Führung bestraft hätte. Alleine wenn er am Ball war, musste man als Anhänger der Gastgeber schon mal die Luft anhalten. So auch nach 57 Minuten, da ging sein Ball nur knapp über die Querlatte. Nicht umsonst führt er die Torschützenliste mit satten 14 Toren in der Liga an. Aue brauchte fast eine Stunde um mal wieder gefährlich vors Tor zu kommen, doch Hensel (57.) schoss den Ball in zentraler Position Kampa in die Arme. Das Spiel plätscherte bis eine viertel Stunde vor Schluss vor sich hin. Zwar stimmte der Einsatz von den Akteuren im Lila Trikot, aber spielerisch war das einfach zu wenig. Curri war oft am Ball, „aber allein kann ich das Spiel auch nicht gewinnen. Ich habe zumindest alles gegeben. Es schaute aber besser aus wie am Dienstag“, meinte der kleine Albaner nach dem Spiel. In der Schlussphase waren die Spielanteile klar bei Aue, obwohl sie in der 77. Minute noch mal Glück hatten als Hensel entscheidend den Torschuss vom freistehenden Rathgeber blockte. Diesmal kämpften die Veilchen aber, keine Frage. Ihr Spiel vorne in der Spitze sah aber ungefährlich und zu hausbacken aus. Von Baltes kam von der rechten Seite so gut wie nichts. Leichtfüßig auf den Beinen hat er aber keinerlei Durchsetzungsvermögen. Kos ging sogar mit vor und hätte fast den Siegtreffer für den eingewechselten Cimen aufgelegt. Doch bei seinem Kopfball (84.) in bester Position hatte er zu viel Rücklage. Hoffnung keimte dann nur noch auf bei Freistößen, die fast ausnahmslos von Curri getreten wurden. Haching hatte sich mit dem Unentschieden angefreundet und war auch froh als Schiedsrichter Siebert die Partie abpfiff.

Dies sah auch Hachings` Trainer Ralph Hasenhüttl so: „Wir sind froh, das wir hier in Aue den einen Punkt geholt haben. Es war das erwartet schwere Spiel, weil Aue mit dem Rücken zur Wand stand. Ich denke am Ende war es ein gerechtes Remis“. Aues Co-Trainer Rico Schmitt meinte: „In einer anderen Situation wären wir mit dem Punkt zufrieden gewesen. Auch wir dachten das dass 1-0 uns Sicherheit geben würde. Der Druck war neu für uns unbedingt gewinnen zu müssen. Die Zuschauer sahen aber ein anderes Spiel wie noch am Dienstag. In der Kabine war die Enttäuschung groß bei den Spielern. Wir dürfen jetzt aber nicht die Nerven verlieren“. Aues Präsident Uwe Leonhardt, der in der Pressekonferenz anwesend war, schätzte im gewohnten kämpferischen Tonfall die derzeitige Situation nicht so katastrophal ein wie sie von außen gemacht wird. „Mit dem heutigen Ergebnis kann auch ich nicht zufrieden sein. Die kämpferische Einstellung der Mannschaft war aber in Ordnung. Defizite waren zu sehen auf einzelnen Positionen“. Zu dem derzeit verstimmten Umfeld fügte er an: „Wir haben zur Zeit eine kritische Situation die aus einem verstimmten Umfeld kommt. Die Leute die immer nur kritisieren, würden nie eine Verantwortung übernehmen im Leben. Ich verlange eine sachliche Kritik und nicht die kritische Demontage des Trainers“. (burg)

Pressekonferenz mit Präsident Uwe Leonhardt (2.v.r). Foto: burg

Aue: Männel – Stark, Kos, Paulus, Klingbeil – Hochscheidt (79. Boudaddouz), Müller (72. Cimen), Hensel, Curri – Agyemang, Glasner (46. Baltes)

Unterhaching: Kampa – Schulz (17. Schaschko), Bucher, Susak, Hain – Zillner, Tyce, Villar (87. Balkan), O.Fink – Copado (69. Rathgeber), A. Fink

Tore: 1-0 Agyemang (6.), 1-1 O. Fink (35.)

Zuschauer: 6.300

Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin)

Gelbe Karten: Hensel (78.), Paulus (90 + 1) – Zillner (20.), Copado (21.), O. Fink (53.), Susak (76.)