Spielberichte
Halbfinale Sachsenpokal 2000/01, 24.03.2001

VFC Plauen – Erzgebirge Aue 0:0, 2:3 n.E.

(Kay) Beim FCE sollte in dieser Saison der Klassenerhalt in Liga drei die Pflicht und der Sachsenpokal zur Kür werden. Einerseits um dem eigenen Anhang Grund zum Jubeln zu verschaffen und andererseits um mit einem (weiteren) möglichen Gewinn des Pokales und der damit verbundenen Qualifikation zur Hauptrunde um den DFB-Pokal, den Etat aufzubessern. Getreu diesem Motto wurden vor der Partie in Plauen anstehende Vertragsgespräche verschoben, damit die Spieler die Köpfe frei haben. Des weiteren vertraute man auf den eigenen Anhang, der den Nachteil des Auswärtsspieles kompensieren sollte.. Letzteres dürfte eingetroffen sein. 1.500 Aue-Fans waren dem Ruf des Pokalhalbfinales gefolgt und waren in Plauen zugegen.

Vor dem Spiel begann die erste Enttäuschung des Tages. Mir einem absolut unnötigen provokativem Auftreten versuchte die Staatsmacht in Grün den angesetzten Großeinsatz um das Spiel zu rechtfertigen und veranstaltete vor dem Einlass, mit einigen der Auer Anhänger eine Art casting, die Frage ist nur für welche Fernsehshow...

Die gastronomische Versorgung im Stadion war wieder mal unzureichend, so das einige dem beginnenden Trauerspiel, auf dem Rasen, kaum folgen konnten. Um es kurz zu machen möchte ich an dieser Stelle einfach nur sagen, das Aue in Hälfte zwei etwas besser wurde... Sehenswerte Möglichkeiten gab es auf keiner Seite, so musste man sich erneut auf eine Verlängerung einstellen. Doch auch davon lässt sich nicht viel positives berichten, einzig ein gut ausgeführter Freistoss von Boban (Mitte der zweiten Verlängerungshälfte) wäre nennenswert, brachte aber leider auch nicht den gewünschten Erfolg. Mit zunehmender Spieldauer ließen bei den Plaunern etwas die Kräfte nach, doch Keeper Golle hielt seinen Kasten sauber, während sein Gegenüber kaum was zu tun bekam.

Das Geschehen auf dem Rasen war unterdessen etwas in den Hintergrund getreten. Über die Anwesenheit von ca. 5-10 Provokanten aus Z*** und/oder Karl-Marx-Stadt, waren wohl nur die Herren in Grün überrascht. Als es dann zu einem sehr kurzen Meinungsaustausch unter zwei oder drei Vertretern der verschiedenen Vereine kam, präsentierten die Grünmänner ihr ganzes Können. Wahrscheinlich waren darunter einige enttäuschte Seelen, die nicht mit zum Castor durften und auch keine Lust hatten, diesem Samstag ruhig zu verleben (was mit einem etwas passiverem Auftreten sicherlich möglich gewesen wäre, zumal Plauen nun wirklich kein entsprechender Ruf voraus eilt). So manch ein Polizist hat das nach dem Spiel übrigens ähnlich empfunden...

Doch zurück zu den Geschehnissen auf dem Rasen. Der Plauener Stadionsprecher kündigte das nachfolgende Elfmeterschiessen schon als traditionell, bei Pokalspielen zwischen beiden Teams an. Wieder mal wurde auf das Tor in der leeren Hälfte des Stadions geschossen (ganz nebenbei bemerkt, die Zuschauerresonanz auf Seiten der Heimmannschaft habe ich etwas enttäuschend empfunden und bis auf meterweise Klopapier hatten die anwesenden Vogtländer auch nicht viel zu bieten..). Nachdem die ersten Schützen Müller, Färber (Plauen), Grund, Krasselt (Plauen) und Boban getroffen hatten, begannen die Emotionen zu schwanken. Schulze (VFC) war am Zug.. gehalten! Dann lief Hasse für Aue an den Punkt... Golle hält! Plauen konnte durch Gajsak nachziehen.. Böhme hält erneut! Tautenhahn für Aue, hätte die Entscheidung bringen können.. doch die Latte verhinderte.. Wieder Plauen, würden die vergeben, wäre Aue weiter... der Schuss fällt.. drüber (G. Berger)! Aue ist weiter! "Wir fahr'n nach Berlin" und "Finale" schallte es von den Rängen. Die Mannschaft legte eine Laola auf und alle waren glücklich... Ganz nebenbei zieht Aue nun zum vierten Mal in Folge ins Pokalfinale ein, neuer Rekord (nachdem zwischen '94 und '96 Sachsen Leipzig dreimal in Finale einzog, allerdings haben die Leipziger auch dreimal gewonnen..).

Unterm Strich gesehen, hat sich Aue aber eher blamiert. Man ist leichtfertig mit den dringend benötigten Einnahmen, die der DFB-Pokal mit sich bringen könnte umgegangen, konnte aber diesmal mit einem Lächeln vom Platze gehen (wie schon in Neugersdorf). Während Gerd Schädlich auf der Pressekonferenz ebenfalls von Glück sprach, meinte VFC-Coach René Müller es sei alles Reine Nervensache.

Plauen: Golle - Färber - Dashi, Krasselt - V. Berger, Curri (80. Schulze), Hölzel, Gemazashvili (75. Gemeiner), Fahrenholz - Brust (63. Gajsak), G. Berger

Aue: Böhme - Tautenhahn - Jasarevic, Grund - Jank (90. Salomo), Kurth, Tomoski, Hasse, Pagels (52. Müller) - Kisten (63. Boban), Kunze

Schiedsrichter: Schößling (Leipzig)

Zuschauer: 4.164

Elfmeter: 0:1 Müller, 1:1 Färber, 1:2 Grund, 2:2 Krasselt, 2:3 Boban, Schulze - gehalten, Hasse - gehalten, Gajsak - gehalten, Tautenhahn - Querlatte, G. Berger - drüber