Spielberichte
8. Spieltag, 05.09.2009

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Erzgebirgsstadion, Sonnabend 05. September 2009
(Kick off 14.00 Uhr)


Braham sichert mit seinem 5. Saisontor zweiten Heimsieg



Mit einem knappen 1-0 Sieg, gegen die technisch gut ausgebildete Zweite Mannschaft vom VfB Stuttgart, holte sich der FCE seinen 2. Heimsieg in der noch jungen Saison. 6 Punkte binnen 5 Tage stehen der Mannschaft gut zu Gesicht, nach der z. Teil recht heftig aufkommenden Kritik, als man vor einer Woche gegen Aufsteiger Heidenheim mit 0-1 verlor.

Beim verlesen der FCE-Mannschaftsaufstellung war unter den 6.200 Zuschauern im Stadion erst einmal ungläubiges Staunen zu sehen. Sebastian Glasner befand sich überraschend in der Anfangsaufstellung. Rico Schmitt begründete dies mit taktischen Gesichtspunkten gegen eine großgewachsene Stuttgarter Innenverteidigung. Sein 1. Ballkontakt nach 34 Sekunden endete mit einem Fehlpass und einige ahnten schon wieder schlimmes, doch es sollte anders kommen.
Aue war im ersten Durchgang fast durchweg optisch überlegen und hatte mehr Ballbesitz. Immer wieder versuchten die lila-weißen Druck aufzubauen. Die technisch gepflegten Stuttgarter hatten aber alles im Griff. Die größte Chance für Aue hatte ausgerechnet der Ex-Stuttgarter Nico Klotz (10). Eine weiter und genauer Pass vom auffällig spielenden Curri, ließ den kleinen Klotz alleine auf Hammel im VfB Tor zulaufen. Doch dann verließ ihm der Mut. Beim Versuch Hammel zu umspielen scheiterte er und beim anschließenden Querpass auf Braham hatte der VfB Keeper auch was dagegen. Aues Trainer Rico Schmitt erkannte Parallelen zum Heidenheimspiel: „Wir hatten viele Spielanteile im ersten Durchgang. Durch hohen läuferischen Aufwand konnten wir die Stuttgarter weitesgehend neutralisieren“. Die Gäste zeigten sich insgesamt selten vor dem gegnerischen Tor. Didavi´s Schuss in der 32. Minute war mal eine Ausnahme. Ansonsten war Martin Männel im Tor fast beschäftigungslos. Sein Gegenüber hatte auch nicht soviel zu tun, auch weil Braham (34.) nach Curri Flanke vorbeiköpfte und beim Freistoß von Curri (42.) selber, über die Mauer getreten, auch leichtes Spiel hatte.

„In der Halbzeit habe ich den Jungs gesagt, das ein Geduldsspiel wird und das sie vorne auch mal was zwingen sollten“, beschrieb Rico Schmitt die Vorgeschichte zum Tor des Tages. Die zweite Halbzeit begann mit einem Solo! von Glasner (47.) und anschließenden Torschuss, den der VfB Keeper aber halten konnte. Beim Schussversuch nur 3 Minuten später erntete er (Glasner) schon großen Applaus von den Rängen. Die Flanke kam von Braham und der Ball ging auch neben das Tor. Aber wie heißt es doch so schön: Wer nicht aufs Tor schießt...
Das tat dann Braham (54.) vom Elfmeterpunkt. „Ich war mir sicher das ich den reinmache. Wie ich den dann verwandle, darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht“, plauderte ein selbstbewusster Braham nach dem Spiel drauflos. Curri holte den Elfer in seiner unnachahmlichen Art heraus. Mit einem gekonnten und aufreizenden langen Solo zwang er, wie vom Trainer gefordert, diesen Strafstoß förmlich herbei. Ein bisschen half er auch nach, als er bei Daniel Vier einfädelte. Schiedsrichter Hartmann zeigte sofort auf den Punkt. Gästetrainer Reiner Geyer zu der entscheidenden Szene: „ das hat er sehr geschickt gemacht, was er vielleicht auch wollte“.
Nach dem 1-0 wurde das Spiel endlich munterer auf beiden Seiten. Jubel als Hensel (69.) zum vermeintlichen 2-0 einschob, aber zuvor passiv im Abseits stand – Schiedsrichter Hartmann entzog dem Treffer die Anerkennung. Dazu kam es, weil Hiemer nach feinem Doppelpass am Stuttgarter Torwart scheiterte. Den Abpraller schob Hensel ein, der sich selber nicht im Abseits gesehen haben will. Danach übernahm der VfB immer mehr die Initiative. Eine Didavi-Flanke kann Männel nicht festhalten und Hofmann (75.) hebt den Ball übers Tor. Tiefes Durchatmen beim lila-weißen Anhang. Die letzten zehn Minuten können sich die Veilchen selten durch Konter befreien. Stuttgart baut permanenten Druck auf, stellen aber Kos und Co. bei meist hohen Flanken kaum vor ernsthaften Problemen. Und das Publikum steht, anders wie ein Woche zuvor, mit viel Anfeuerung hinter ihr Team.

Ein Lob vom Gästetrainer Geyer an die Auer Innenverteidigung sollte nicht unerwähnt bleiben. Er fügte außerdem hinzu. „Letztendlich sind wir hier in Aue an Kleinigkeiten gescheitert. Diese Spiele gehen dann entweder in die eine oder andere Richtung aus“. Für Rico Schmitt war es insgesamt ein Arbeitssieg. „Respekt aber wie alle verteidigt haben“. Aues Trainer hofft das die zuletzt verletzten Spieler Birk, Ramaj und Gambo wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. (Burg)

Pressekonferenz in Aue. "Solch einen Elfmeter macht nicht jeder in dieser Art und Weise", Rico Schmitt zum Tor des Tages durch Najeh Braham. Foto: Burg

FC Erzgebirge Aue:
Männel - Le Beau, Kos, Paulus, Klingbeil - Hensel, Curri (89. Hochscheidt), Hiemer (69. Cimen) - Braham, Glasner, Klotz (78. Müller)

VfB Stuttgart II:
Hammel - Schimmel, Vier, Pischorn, Enderle - Schwarz (84. Schipplock), Feisthammel (67. Fischer), Funk, Walch, Didavi - Riedle (38. Hofmann)

Tor: 1:0 Braham (54./Foulelfmeter)

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Ingolstadt)

Zuschauer: 6.200

Gelbe Karten: Müller (83.) – Enderle (24.), Riedle (30.),