Spielberichte
29. Spieltag, 20.03.2010

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Hardtwaldstadion, Sonnabend 20. März 2010
(Kick off 14.00 Uhr)


Aue wieder nur mit einer Nullnummer auswärts


Mit nur mit einer mäßigen Nullnummer kehrte Drittligist Erzgebirge Aue von seinem Ausflug aus dem kurpfälzischen Sandhausen, südlich von Heidelberg gelegen, zurück ins Erzgebirge. Wieder wurde es nichts mit einem Dreier in der Fremde. Dabei hatte sich die Mannschaft um Coach Rico Schmitt viel vorgenommen gegen den Tabellensiebenten: „Wir müssen mal wieder ein Tor schießen“, fasste der Trainer treffend das Spiel im Hardtwaldstadion zusammen. Für FCE-Kapitän Tomasz Kos, der wieder nach überstandener Gelbsperre in die Innenverteidigung zurückkehrte, waren das „wieder zu Null“ hinten wichtiger: „Mit kleinen Schritten kommen wir auch nach vorne“.

Bei besten Fußballwetter und gut bespielbaren Platz mussten die Gäste gleich in der Anfangsphase des Spieles eine Schrecksekunde überstehen, der dem Spiel sicherlich in eine andere Bahn gelenkt hätte. Nach schönem Direktspiel über 3 Stationen, lief Fischer (7.) plötzlich mutterseelenallein auf Männel zu, schoss das Leder jedoch aus 15 Meter an den rechten Innenpfosten von dem es dann in Richtung linken Pfosten rollte aber auch ins Aus. Danach hatten beide Hintermannschaften meist leichtes Spiel, denn den Mannschaften fiel nichts entscheidendes ein. Ausnahme bildete die 20. Minute, als wieder Fischer, von Dorn in Szene gesetzt, knapp neben das Auer schoss. Als sich schon so was wie Langeweile breit machte im Stadion, rissen die Gäste das Geschehen an sich. Sie erspielten sich ein leichtes Übergewicht. Auf der rechten Außenbahn spielte Klotz gegen Mintzel nun seine Schnelligkeitsvorteile aus, sein Rückpass-Versuch von der Grundlinie auf Glasner (25.) kam aber etwas zu ungenau. Pech hatte der kleine Flitzer, als er mal über links kommend (35.), den Torwart schon umspielte doch im 2. Versuch an Mintzel scheiterte. In dieser guten Druckphase der Auer scheiterte der aufgerückte Manndecker Kos (37.) mit einem schönem Aufsetzer-Kopfball am aufmerksamen SVS Keeper Kirschbaum, nach einem Eckball von Hochscheidt. Auch Klingbeil (37.) hatte kein Kopfball-Glück nach einer weiteren Ecke von Hochscheidt. Danach passierte auf beiden Seiten so gut wie nichts mehr bis zum Wechsel.

Aue kommt aus der Kabine wieder zur 2. Halbzeit. Foto: Burg

Die zweite Spielhälfte begann mit den eingewechselten Birk für den gelb-rot gefährdeten Klingbeil. Wenig später kam noch Müller für den angeschlagenen Hochscheidt ins Spiel und wusste durchaus zu gefallen. Die Gäste waren weiterhin bemüht das Spiel zu machen, Angriffe vom Gastgeber hatten dagegen Seltenheitswert. Richtig gefährlich wurde es aber nur, wenn der schnelle Klotz zu seine Sturmläufen ansetzte. Ging sein Schrägschuss in der 60. Minute noch mit vollen Risiko abgezogen, knapp übers Tor, so wurde er beim Versuch nach 70. Minuten etwas zu weit nach außen abgetrieben. Der Ball landete nur ans Außennetz. Von den beiden etatmäßigen Auer-Stürmern Braham und Glasner war in 90 Minuten so gut wie nichts zu sehen. Jeweils ein Schussversuch aufs gegnerische Tor, Braham (65.), Glasner (77.) waren unterm Strich doch recht dürftig. Stark verbesserungswürdig sind die Standards (Freistöße) von Birk. Das Lob von einer Boulevardzeitung war wohl nicht fördernd, denn seine zwei Versuche landeten weit hinterm oder über dem Tor.

Spannend wurde es noch einmal, als Schiedsrichter Martin Thomsen der einzigen Sturmspitze der Gastgeber, Dorn (77.), die Rote Karte unter die Nase hielt. Ohne Chance an den Ball zu kommen, ging Sandhausens bester Torschütze (17 Saisontreffer), mit gestrecktem Bein in den Zweikampf mit Aues Torwart Männel. „Der hat mich umgerannt und es hat höllisch wehgetan“, schilderte der insgesamt beschäftigungslose Gästekeeper die Szene, in der sich sofort ein Rudel bildete. Für Dorn selbst, den man ansonsten im Spiel kaum sah, war die Karte ein Witz über den er nur lachen könnte. „Die Auer waren nur darauf aus das Spiel zu zerstören, aber sie haben damit noch Erfolg“, gab er unmittelbar nach dem Spiel dem SWR ein Kurz Interview. Mit einem Mann weniger nahmen die Gastgeber bei einsetzenden Nieselregen nun ihr Herz in beide Hände und brachten die Veilchen noch einmal arg in Verlegenheit. Glück hatten sie, als Öztürk in der Nachspielzeit an eine Eingabe von Cenci vorbeirutschte. Aue kam dagegen nur einmal noch vors gegnerische Tor. Der Eingewechselte Agyemang (88.) verpasste knapp eine weite Müller-Flanke mit dem Kopf.

Für beide Trainer war es ein gerechtes Unentschieden. „Dem Schiedsrichter fehlte das Fingerspitzengefühl bei der Roten Karte für Dorn. Trotzdem zeigte meine Mannschaft dann Charakter und wir waren dem Sieg in der Schlussphase etwas näher. Der Punkt war schon o.K. gegen eine sehr gute Auer Mannschaft“, meinte der Trainer der Sandhäuser, Frank Leicht.

Im Auer Lager sind jetzt alle heiß aufs 86. Aufeinandertreffen Aue vs. Dynamo Dresden am kommenden Mittwoch. Anstoß zu diesen Derby ist um 18.30 Uhr im Auer Erzgebirgsstadion (Burg)

SVS: Kirschbaum – Bindnagel, Eberlein, Glibo, Mintzel – Hillenbrand (63. Cenci), Schauerte – Fischer, Jungwirth, Emre – Dorn

Erzgebirge Aue: Männel – Le Beau, Kos, Paulus, Klingbeil (46.Birk) – Klotz (84. Agyemang), Hensel, Hochscheidt (52. Müller), Ramaj – Glasner, Braham

Schiedsrichter: Martin Thomsen (Kleve)

Zuschauer: 1.810 (davon ca. 480 Auer Schlachtenbummler)

Bes. Vorkommnis: Rote Karte: Dorn / SV Sandhausen (78./ grobes Foulspiel)

gelbe Karten: Mintzel (44.), Schauerte (62.) – Klingbeil (17.), Hochscheidt (25.), Hensel (50.), Klotz (47.), Kos (78.)

Pressekonferenz in Sandhausen. "Spielerisch blieb einiges zu wünschen übrig auf beiden Seiten", Rico Schmitt (links) Trainer von Aue. Foto: Burg