Spielberichte
36. Spieltag, 24.04.2010

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Wacker-Arena, Sonnabend 24. April 2010
(Kick off 14.00 Uhr)



Aue verteidigte abgezockt den Ersten Platz – Martin Männel Mann des Tages in Burghausen


Der FC Erzgebirge Aue verteidigte souverän mit einem 2-0 Auswärtssieg in Burghausen seinen Platz an der Sonne, wies aber weiterhin mit stoischer Ruhe alle voreiligen Glückwünsche zum greifbaren Aufstieg in die 2. Bundesliga weit von sich. „Noch sind 9 Punkte zu vergeben“, behielt auch der vor Ort weilende FCE-Präsident Bernd Keller die Ruhe. Mit zwei verwandelten Standards sicherte die Mannschaft von Trainer Rico Schmitt die drei Punkte. René Klingbeil, mit einem Kopfballtor nach Ecke und Eric Agyemang, der einen an ihm verwirkten Foulstrafstoß selber verwandelte, stellten den Sieg in Burghausen sicher.

Gästeeingang in Burghausen. Foto: Burg

Mit der Rolle des gejagten scheinen die Lila-Weißen ganz gut leben zu können. Dabei brauchte der FCE die 3. Minute in Burghausen um wach zu werden, wie es Trainer Rico Schmitt umschrieb. Der Sekundenzeiger hatte noch keine drei Umdrehungen absolviert, da überlief Cappek auf der linken Seite nacheinander Kos, le Beau und Hensel als seien es Statisten und flankte nach innen. Dort brachten die Gastgeber innerhalb von nur ganz wenigen Sekunden nacheinander mit drei Schüssen die Auer von eine Verlegenheit in die andere. Erst rettete Klingbeil auf der Torlinie beim Schuss von Traut, dann konnte sich Männel mit einer Fußparade gegen den mittlerweile dazukommenden Flankengeber Cappek beweisen und auch den dritten Schuss von Holzer parierte Männel. Der Auer Torwart war somit sofort auf Betriebstemperatur und seine Mannschaftskameraden kamen dann auch nach 10 Minuten immer besser in die Partie. Sie versuchten ihre Angriffe immer vorsichtig kontrolliert lange aus zuspielen. Agyemang, diesmal als einzigste Spitze aufgeboten, wurde gut über die Außenpositionen mit Bällen versorgt. Er hatte auch nach 8 bzw. 14 Minuten seine ersten beiden Gelegenheit die er aber noch nicht verwerten kann. Als die ballsicheren Gäste immer dominanter wurden fiel auch folgerichtig der Führungstreffer. Nach einem Eckball kam der aufgerückte Innenverteidiger Klingbeil aus nur 3 Metern völlig frei zum Kopfball, denn er routiniert zur 1-0 Führung für seine Mannschaft einköpfte. Vorausgegangen war ein schöner Angriff über die rechte Seite. Müller von Hensel auf rechts angespielt, bediente Hochscheidt in der Mitte und der scheiterte mit seinem Kopfball am Wacker Torwart Michl. Den nachfolgenden Eckball verwertete Klingbeil. Das Ergebnis zu diesen Zeitpunkt völlig in Ordnung, weil die Sachsen z. Zeit vor dem gegnerischen Tor eiskalt sind und die entscheidenden Dinger reinmachen. In der Folgezeit fällt Wacker nicht allzu viel ein, mit einer einzigen Ausnahme als Männel, gegen den völlig frei vor ihm auftauchenden Kurz (31.) rettete und Gambo auch dessen Nachschuss abblockte. Zuvor konnten sie sich die Bayern aber bei Schiedsrichter Gorniak bedanken, der nach 23 Minuten ein Foul von Cappek gegen Müller übersah, denn dies geschah im Strafraum! der Burghäuser und hätte zumindest einen Elfmeter zur Folge gehabt. Den gab der Unparteiische dann aber völlig zu Recht in der 36. Minute für die Gäste. Einen langen diagonalen Ball von le Beau wollte Agyemang über den Torwart lupfen, wurde aber von ihm einfach über den Haufen gerannt. Der Schiri pfiff sofort Elfmeter und dann ging alles ganz schnell. Agyemang hatte sich sofort das Leder geschnappt und gab es auch nicht mehr her. Nervenstark verwandelte zur 2-0 Gästeführung genau vor dem Gästeblock. Die knapp 1.000 mitgereisten Auer Schlachtenbummler waren natürlich happy im sonnenüberfluteten Wacker-Stadion.

Einlauf zur 2. Halbzeit. Foto: Burg

Im zweiten Durchgang hatte man den Eindruck das die wieder ganz in lila spielenden Gäste einen Gang zurück schalteten. Man merkte auch wie die letzten vielen englischen Wochen an die Substanz kosteten. Wacker gab zwar in keiner Phase auf und drängte nun auf den Anschlusstreffer der aber einfach nicht fallen wollte. Egal was Cappek (54. und 65.) oder der eingewechselte El Haj Ali (67.) auch probierten, die Gäste verwalteten ganz geschickt die zwei Tore Führung und hatten ja auch noch ein Martin Männel im Tor. Der nur 1.83 Meter große Keeper zeigte beim Schrägschuss gegen Schmidt (86.) seine ganze Klasse. Davor hätten sie eigentlich den Sack zubinden müssen, spielten ihre Konter aber ganz schlecht aus, kritisierte Trainer Schmitt zu Recht. Weder Hensel (68., übers Tor), Hochscheidt (70., am Tor vorbei) oder Agyemang (74., verstolperte) konnten ihre zum Teil guten Möglichkeiten nicht in weitere Tore ummünzen. Beim nicht gegebenen Tor von Kos (72.), will Schiedsrichter Gorniak zuvor ein Foulspiel von Hensel gesehen haben. In der Schlussphase des Spieles waren die Gästeanhänger verständlicherweise nur noch am Feiern. Ihre Gesänge: Wir steigen auf – wir steigen auf, übertönten den Schlusspfiff des Spieles.


Gekreuzte Hämmer vorm Gästeblock. Foto: Burg
„Der beeindruckende Gästefanblock in Lila Weiß hat bei den einen oder anderen bei uns noch einmal Kräfte freigesetzt Glückwunsch an meine Mannschaft das sie auch diese schwere Hürde genommen hatte“, resümierte Aues Trainer Schmitt nach dem Spiel. Sein Kollege Jürgen Press: „Ich habe die ganzen Torchancen von uns nicht auch nicht auf mein Zettel gebracht. Die Auer waren sehr kompakt und haben uns mit ihrer individuellen Klasse immer in Verlegenheit gebracht. Mit Martin Männel hatten sie auch einen Super Torwart, der seine Mannschaft mehrmals im Spiel hielt. Der FCE war einfach das abgezocktere Team. Heute haben wir Lehrgeld gezahlt“ (Burg)

Burghausen: Michl – Holz (58. Hertl), Wolf, Kokocinski, Kirsch – Schmidt, Holzer, Burkhard, Traut (58. Grübl) – Kurz (64. El Haj Ali), Cappek

Aue: Männel - le Beau, Kos, Klingbeil, Birk – Gambo, Hensel – Curri (79. Klotz), Hochscheidt (88. Glasner), Müller (61. Ramaj) – Agyemang

Schiedsrichter: Thomas Gorniak (Bremen)

Zuschauer: 3.400 (davon knapp 1.000 Auer Schlachtenbummler|Quelle: Veranstalter SV Wacker-Ticketservice)

Torfolge: 0-1 Klingbeil (17.), 0-2 Agyemang (36./Foulelfmeter)

Gelbe Karten: Cappek (22.), Schmidt (28.), Michl (35.), Holz (56.), Holzer (71.) – Curri (66.), Birk (81.)


Pressekonferenz. Foto: Burg