Spielberichte
17. Spieltag, 01.02.2011

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Erzgebirgsstadion Aue, Dienstag 01. Februar 2011
(Kick off 18.00 Uhr)


Aue gewinnt Nachholespiel und sicherte sich die Herbstmeisterschaft


In einem Nachholespiel vom 17. Spieltag gewinnt der FC Erzgebirge Aue am Dienstag-Abend mit 3-1 gegen den FSV Frankfurt. Der Sieg war gleichbedeutend mit der Herbstmeisterschaft in der zweiten Bundesliga obwohl mit sechs Wochen Verspätung. Zuletzt hatte 1998 der SSV Ulm als Aufsteiger die Herbstmeisterschaft in der zweiten Liga gewonnen. "Das ist schon eine Sensation", sagte Aues-Trainer Rico Schmitt und ergänzte schmunzelnd: "Einen Titel nehmen wir schon mal mit aus dieser Saison." Für Torschütze Kern zählt jetzt: „dürfen uns das erkämpfte Selbstvertrauen nicht wieder so schnell hergeben. Auf den Herbstmeistertitel sind wir schon ein bißchen stolz“.

Nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge standen die Veilchen wieder auf. Von Anfang an versuchten sie sofort das Heft des Handels in die Hand zu nehmen. Auf einen für diese Jahreszeit noch gut zu bespielenden Platz, der im Spiel zuvor gegen Osnabrück schlimmer aussah, war Wiedergutmachung angesagt. Ihre Fans honorierten dies auch mit Dauer-Support. Zwanzig Minuten spielten nur die Gastgeber selbstbewußt in eine Richtung. Die Frankfurter tauchten in dieser Phase nur ein einziges Mal im Auer Strafraum auf. Gjasula (10.) prüfte Männel mit einem Flachschuß aus 14 Meter. Hochscheidt (8.) per Schrägschuß, Hensel (13.) mit einem schönen Distanzschuß und Lachheb (14.) per Kopf nach Ecke, zwangen Gästekeeper Klandt zu drei Paraden. Hier lag schon der Führungstreffer in der Luft. Auffällig wie Kempe und Curri über links für viel Gefahr im Auer Angriffsspiel sorgten. Danach stellten sich die Frankfurter etwas besser auf das Auer Spiel ein und konnten sie vom eigenen Strafraum fernhalten. Sie tasteten sich von Minute zu Minute immer mehr in Richtung Männel-Tor. War ein Gjasula-Schuß (30.) noch leichte Beute für den Auer Torwart, zudem noch leicht abgefälscht, so wurde es zwei Minuten später schon gefährlicher. Gallego, von Paulus und Hensel nicht zu stellen, verfehlte das Auer Tor nur um Zentimeter. Da sprang schon mal die komplette Frankfurter Bank auf. Aues gute Anfangsoffensive ist nun fast völlig zum Erliegen gekommen. Bis zur 40. Minute gibt es viel Leerlauf auf beiden Seiten. Auch vom zweitbesten Liga-Torschützen, Sascha Mölders, war bis auf ein Schüßchen (39.) so gut wie wie nichts zu sehen. In den letzten fünf Minuten des ersten Durchganges ruckten die Lila-Weißen noch einmal an was sofort im Führungstreffer mündete. Kern, zuletzt doch arg kritisiert, machte ganz abgezockt sein drittes Saisontor. Eine Hochscheidt-Eingabe von rechts verfehlte Frankfurts Innenverteidiger Schlicke und Kern lässt mit resoluten Einsatz Klandt im FSV-Tor keine Abwehrchance aus nur 4 Metern. Mit diesem Resultat ging es in die Kabinen.

Torschütze zum wichtigen 1-0 - Enrico Kern, nach dem Spiel. Foto: Burg

Nach dem Seitenwechsel drängten die Gäste sofort auf den Ausgleich und zogen das Tempo an. Aue lauerte auf Konter. Der sehr auffällig spielende Hochscheidt (52.) scheiterte mit einem Heber an Klandt. Obwohl die Frankfurter fast zu keiner nennenswerter Einschussmöglichkeit kamen, lag der Ausgleichtreffer irgendwie in der Luft. Schlicke fing einen langen Befreiungsschlag von Paulus mit dem Kopf ab und legte den Ball genau in den Lauf von Gjasula. Von der Strafraumgrenze platzierte er den Ball mit einem Aufsetzer ins entlegene lange Eck (65.). Männel, etwas zu weit vor seinen Kasten, streckte sich vergebens. Doch Aue antwortete prompt. Ihr Siegeswillen war bis auf die Ränge zu spüren. Diesmal konnten sie die Fehler des Gegners eiskalt ausnutzen wie Kempe dies tat und sein erstes Saisontor (68.) markierte. Der Frankfurter Konrad fabrizierte eine Kerze in den Auer Nachthimmel. Den herunterkommenden Ball verfehlte Schlicke und Kempe setzte sich geschickt gegen Stein durch. Aus der Drehung trifft er aus 14 Meter zur wiederholten Führung. Zwei Tore für die Veilchen, wann gab es dies zuletzt? Mit Kos brachte Trainer Schmitt noch eine zusätzliche Abwehrverstärkung, war auch notwendig, weil der FSV nun fast alles nach vorn warf und sich auch keineswegs geschlagen gab. Die Schlußphase hatte es in sich und war Dramatik pur. Erst traf der, nie zu haltene Curri (81.), mit einem raffinierten Heber aus 17 Meter die Querlatte des Frankfurter Tores, als alle im Stadion auf ein Zuspiel zu Hensel erwarteten. Dann verhinderte Männel mit einem Reflex seines linken Armes das sichere 2-2 der Frankfurter. Kurzer Kommentar von Männel: „Habe da irgendwie den Arm ranbekommen“. Einen zu kurz abgewehrten Ball von Paulus jagt Wunderlich volley aufs Auer Tor. Der Ball wurde noch leicht von Paulus abgefälscht. Im Gegenzug band Curri (89.) mit dem 3-1 den Sack zu. Kern setzte einen scharfen Schuß von Kempe nach, der Ball sprang zu Curri, der keine Mühe hatte aus zwei Metern ins leere Tor zu verwandeln. Wütende Proteste der Frankfurter, weil Torwart Klandt aus ihrer Sicht mit der Hand einen Hauch eher am Ball war als Kern. Nützte nichts, Schiri Perl gab Tor und von den Rängen schallte es: HERBSTMEISTER, HERBSTMEISTER …


Pressekonferenz in Aue. Foto: Burg
FSV-Trainer Hans-Jürgen Boysen war über das gegebene Tor zum 3-1 sehr verärgert und konnte die Entscheidung von Perl nicht nachvollziehen. „Wir wollten hier einen Punkt haben und der war auch im Bereich des Möglichen“. Für Aues Coach Rico Schmitt stand das Spiel aufs Messers Schneide: „Beim 1-1 standen wir zu offen. Diesmal machte Martin Männel mit seiner handlungsschnellen Reaktion auf der Linie den Sieg fest. Das 3-1 war sicherlich grenzwertig, aber so ist das nun mal im Fußball“. (Burg)

Aue: Männel – le Beau (46. Schlitte), Paulus, Lachheb, Klingbeil – Hensel – Müller (76. Kos), Hochscheidt, Curri (90. Strauß), Kempe – Kern

Frankfurt: Klandt – Stein, Schlicke, Gledson, Konrad – Cinaz, S. Müller (46. Bouhaddouz) - Gallego (72. Hickl), Gjasula, Wunderlich – Mölders (46. Fillinger)

Schiedsrichter: Günter Perl (München)

Zuschauer: 7.150

Tore: 1-0 Kern (41.), 1-1 Gjusula (65.), 2-1 Kempe (68.), 3-1 Curri (89.)

Gelbe Karten: le Beau (29.) - Klandt (89.)